Tanz | Moderne | Tanz: Raus in die Stadt
In Chemnitz verbindet Ballettdirektorin Sabrina Sadowska die Szenen der Industriestadt mit der internationalen Tanzavantgarde. Aufregend!

kurz gesagt
Das Chemnitzer Festival „Tanz | Moderne | Tanz“ gibt es zwar schon seit 2015, gegründet wurde es von Sabrina Sadowska, Ballettchefin am örtlichen Theater. Aber wirklich überregional Wellen schlug es erst voriges Jahr, als Chemnitz Kulturhauptstadt Europas wurde und die Öffentlichkeit so daran erinnerte, dass Sachsen nicht nur Dresdner Klassizismus zu bieten hat, sondern auch den Aufbruch der deutschen Tanzwelt in die Moderne.
Und dass dieser sich nicht ausschließlich auf die Kulturmetropolen Leipzig und Dresden beschränkte, sondern ausstrahlte bis in die Industriestadt Chemnitz mit ihren heute knapp 250 000 Einwohner:innen. Entsprechend: Gut, dass Sadowska mit ihrer Festivalgründung an diese Tradition erinnert.
Die diesjährige Festivalausgabe findet vom 16. bis 20. September statt und verfolgt die Spur weiter, die Sadowska schon in den Vorjahren gelegt hat: Es geht darum, Schwellenängste abzubauen, darum, die Tanzkunst stärker mit der Stadtgesellschaft zu verknüpfen. Und zwar, indem einerseits internationale Gastcompagnien eingeladen werden, andererseits aber auch stärker auf das Gemeinschaftserlebnis fokussiert wird, mit einem Breakdance- und Hip-Hop-Battle etwa oder einem speziellen Tanzprogramm für Kinder namens „Mini Movers“.
Zu den hochkarätigen Gastspielen zählen dieses Jahr die französische Cie. Retouramont, deren Leiter Fabrice Guillot als Pionier des Vertikaltanzes gilt, die Fabien Prioville Dance Company, die Urban Dance mit zeitgenössischen Formen verbindet. Außerdem ist als lokaler Akteur die Leipziger Forward Dance Company dabei (Foto), die mit „Seat of Power“ das Ergebnis eines Residenzprogramms präsentiert.
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