MUSIK

Taylor Swift vs. Damon Albarn: Was heißt „selbstgeschrieben“?

Taylor Swift
Taylor SwiftFoto: Universal Music
  • Es gibt Streit zwischen Taylor Swift und Damon Albarn
  • In einem Interview hat der Gorillaz-Kopf unterstellt, Swift schreibe ihre eigenen Songs nicht selbst
  • Swift hat auf Twitter geantwortet: „Dein Hot Take ist komplett falsch und ECHT schädlich“
  • In den sozialen Medien hat sie damit eine Diskussion angestoßen, was als „selbstgeschrieben“ gelten darf und was nicht

Taylor Swift und Damon Albarn wären wohl nicht die naheliegendsten Künstler:innen, zwischen denen Fans Beef erwartet hätten. Doch der US-amerikanische Star hat den britischen Musiker auf Twitter mit deutlichen Worten kritisiert: „Ich war SO ein Riesenfan von dir, bevor ich das hier gesehen habe“, hat sie an Albarn adressiert gepostet. „Ich schreibe ALLE meine Lieder selbst. Dein Hot Take ist komplett falsch und ECHT schädlich. Du musst meine Lieder nicht mögen, aber es ist echt abgefuckt, mein Schreiben diskreditieren zu wollen. WOW. PS: Ich habe diesen Tweet ganz allein geschrieben, falls du dich das gefragt haben solltest.“

Damit hat sich Taylor Swift auf Äußerungen bezogen, die Damon Albarn im Kontext eines Interviews mit der Los Angeles Times gemacht hat. Im Post der Times selbst sieht es so aus, als würde Albarn Swift alles eigene Songwriting absprechen:

Doch hat er das wirklich gesagt? In einer Antwort an Swift hat sich Albarn entschuldigt: Seine Äußerungen seien auf Clickbait reduziert worden. Eigentlich habe er nur über das Songschreiben sprechen wollen.

Damon Albarn: „Billie Eilish ist außergewöhnlich“

Wer das Interview liest, erkennt allerdings, dass Albarns Worte zwar verkürzt, aber nicht unbedingt verfälscht wurden. Denn dort macht der Brite einen deutlichen Unterschied zwischen dem Schreiben eines Songs – wie es ihm zufolge etwa Billie Eilish tut – und dem Co-Schreiben eines Songs. Als der Interviewer Swift als „exzellente Songwriterin“ bezeichnet, erwidert Albarn: „Sie schreibt ihre Songs nicht selbst.“ Auf die Antwort, dass Swift sehr wohl bei „einigen“ ihrer Songs als Co-Autorin tätig sei, erklärt er:

„Das zählt nicht. Ich weiß, was Co-Schreiben ist. Co-Schreiben ist etwas ganz anderes als Schreiben. Ich attackiere hier niemanden, ich sage nur, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen Songwriter:innen und Co-Songwriter:innen. Das heißt nicht, dass das Ergebnis nicht trotzdem wirklich großartig sein kann. Und manche der größten Sänger:innen – ich meine, Ella Fitzgerald hat in ihrem ganzen Leben keinen Song geschrieben. Wenn ich singe, muss ich meine Augen schließen und einfach da drin sein. Ich schätze, in dieser Hinsicht bin ich ein Traditionalist. Eine wirklich interessante Songwriterin ist Billie Eilish und ihr Bruder. Das zieht mich mehr an als Taylor Swift. Es ist einfach düsterer – nicht so endlos positiv. Mehr Moll und seltsam. Ich finde, sie ist außergewöhnlich.“

Auf Twitter selbst hat der Streit eine Diskussion in den Kommentaren verursacht. Oft geht es dabei um die Frage, was einen Song als „selbstgeschrieben“ qualifiziert. Wie einige User:innen aufzeigen, ist die Kontroverse umso ironischer, weil Billie Eilish noch nie einen Song komplett allein geschrieben hat.

Auch Kolleg:innen von Taylor Swift haben sich zu Wort gemeldet, um sie zu unterstützen, darunter Aaron Dessner und Jack Antonoff, die mit ihr auf ihren letzten beiden Alben „Folklore“ und „Evermore“ gearbeitet haben.

Nichts verpassen! Einfach unseren Musik-Newsletter abonnieren! Anmelden