The Gem von JULIA JACKLIN
Julia Jacklin arbeitet für ihr neues Album „The Gem“ erstmals mit dem legendären Indie-Label 4AD zusammen. Mehr als ganz nett klingt das aber nur selten.

Als die Australierin Julia Jacklin 2016 ihr Debütalbum veröffentlichte, stand nicht nur die kulturnews-Grafik Kopf: „Don’t let the Kids win“ überzeugte mit Indiefolk und Girlgroup-Grunge und setzte ein Jahr nach Courtney Barnetts Debütalbum „Sometimes I sit and think, and sometimes I just sit“ Australien endgültig auf die Americana-gefärbte Indie-Landkarte. Mit den beiden Folgealben ersetzte Jacklin die Lässigkeit des Debüts leider durch unentschlossene Langeweile. „The Gem“ könnte das ändern, immerhin debütiert die Musikerin jetzt auf dem legendären Indie-Label 4AD. Jacklin verpasste dem bereits fertig gemixten und gemasterten Album eine elfmonatige Produktionsverlängerung – eine Überarbeitung, die „The Gem“ im Ganzen vereinheitlicht, ohne es eintönig klingen zu lassen.
Ihrem verwaschenen, an Alternative-Folk und 80er-Pop angelehnten Sound bleibt Jacklin treu, trotzdem gelingt es ihr nur bei drei von zehn Songs, über ein „nett anzuhören“ hinausgehen: „If I had the Hand of God“ ist der emotionale Abgesang auf eine gescheiterte Beziehung, in „Real Life“ bilden Drum Machine und Jacklins Gesang einen überraschenden Kontrast, und „Walk on me“ steigert sich sechs Minuten lang zur introvertierten Hymne.
Musik

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