„Time of Fallow“ von Ellie O’Neill: Eine irische Folk-Brise
Die irische Singer/Songwriterin Ellie O’Neill zieht mit ihrem Debütalbum „Time of Fallow" ihre Hörer in eine melodische Welt.
Vielleicht ist sie diese spektakuläre Neuentdeckung, die es seit Adrianne Lenker nicht mehr gegeben hat. Natürlich kann man auch über den momentanen Irland-Hype auf sie stoßen, denn Ellie O’Neill war bereits mit Dove Ellis auf Tour, doch die Parallelen zu der Big-Thief-Musikerin sind prägnanter. Mit „Time of Fallow“ veröffentlicht O’Neill ein Debütalbum, das vom Aufwachsen in County Meath erzählt und eine Identitätssuche abbildet, die vom Referendum zur Ehe für alle und der Abschaffung des Abtreibungsverbots nicht unwesentlich geprägt ist.
Da ist diese ganz und gar eigene Art des Gitarrespielens, da sind Kompositionen, die vorsichtig tasten und fühlen, gar mäandern, um im nächsten Moment mit einem Richtungswechsel ganz große melodiöse Momente zu offenbaren. Und irgendwie passt es zu diesem spektakulären Album, dass der Übersong ausgerechnet eine Pianoballade ist: „Half Immune“ thematisiert das Gefühl, sich mitten im Wandel zu befinden, und es sind auch die kleinen Störer der nächtlichen Aufnahme, die die Intensität des Songs bis in Kaum-noch-Auszuhaltende steigern.