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Film

Tina Romero über Queens of the Dead: Glitzer im Blut

Tina Romero hat einen Zombiefilm gedreht – wie einst ihr berühmter Vater George. Doch „Queens of the Dead“ hat ein ungewöhnliches Setting: eine Drag-Show in einem New Yorker Club.

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Foto: Liz Liguori

Frau Romero, hatten Sie von Anfang an geplant, mit Ihrem ersten Spielfilm in die Fußstapfen Ihres Vaters zu treten? Schließlich hat er das Zombie-Genre quasi erfunden und populär gemacht. Da sind die Erwartungen entsprechend hoch.

Tina Romero: Ich bin mit einer großen Liebe für dieses Genre und für Horrorfilme aufgewachsen, ich habe ja auch schon als Kind in Filmen meines Vaters mitgespielt. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich einmal selbst einen Zombie-Film drehen würde. Aber dann hatte ich diese Idee: Wie viel Spaß müsste es machen, eine Zombie-Apokalypse in Brooklyn durch die Linse des queeren Nachtlebens zu betrachten? Das war eine Geschichte, bei der ich das Gefühl hatte, dass ich sie erzählen konnte. Schließlich hatte ich viele Jahre in dieser Szene in New York City gearbeitet und dabei ein Riesendrama hinter den Kulissen einer sehr beliebten Party hautnah mitbekommen. Das war meine Inspiration.

Alle herausragenden Horrorfilme spiegeln drängende gesellschaftliche Probleme und Ängste wider. Die Filme Ihres Vaters sind das beste Beispiel dafür. In „Queens of the Dead“ hat die queere Community nur eine Chance zu überleben, wenn sie ihre Zwistigkeiten überwindet und zusammenhält. Hatten Sie bei der Entwicklung dieses Films bereits eine Vorahnung, wie sehr die LGBTIQ-Community unter Donald Trump unter Druck geraten würde?

Romero: Die queere Gemeinschaft steht immer wieder vor großen Herausforderungen. Aber wir hatten echt keine Ahnung, was auf uns zukommen würde; gerade auch, was die Repressionen angeht, die trans Personen erleiden müssen. Es hängt eine dunkle Wolke über allem, und die Leute haben wirklich Angst. Vielleicht kommt mein Film deshalb gerade zur rechten Zeit. Denn er ist alles andere als düster, sondern ganz das Gegenteil. Wir wollten einen Film machen, bei dem die Menschen das Kino mit einem guten Gefühl und voller Hoffnung verlassen. Ja, es geht um die Zombie-Apokalypse, aber es gibt jede Menge Humor und viel Herz.

Hatte Ihr Vater noch Gelegenheit, die Entwicklung des Films mitzuerleben?

Romero: Leider ist er verstorben, bevor ich das Drehbuch fertig hatte. Aber ich konnte ihm noch von der Idee erzählen, und er sagte: „Mach es, Kleines.“ Er fand den Plot toll und witzig. Er hat mich sehr dabei unterstützt, sein Erbe anzutreten und das Genre weiterzuführen. Ich glaube, sein Tod hat mir noch mehr Feuer unterm Hintern gemacht, diesen Film tatsächlich auch zu machen, denn ich spürte eine neue Verantwortung, den Romero-Zombie am Leben zu erhalten. „Queens of the Dead“ ist allerdings definitiv kein George A. Romero-Film.

Worin liegt der entscheidende Unterschied?

Romero: Was die Zombie-Regeln angeht, ist mein Film ganz traditionell. Ich hoffe auch, dass ich darüber hinaus ein wenig von seinem Geist eingefangen habe, und auch sein Herz und sein Humor zum Vorschein kommen – ganz einfach, weil ich ihn sehr geliebt und vergöttert habe. Ästhetisch, aber auch was die ganze Tonlage angeht, unterscheiden wir uns komplett.

Wie waren denn die Reaktionen bisher auf Ihren Film? Das queere Publikum beziehungsweise die Horror-Community haben sicherlich sehr unterschiedliche Erwartungen.

Romero: Auf jeden Fall. Mir lag sehr daran, beiden Zielgruppen in denselben Kinosaal zu bringen: die Horrorfans und die Leute, die Drag lieben. Letztere sind vielleicht ein bisschen zimperlich, was Horror angeht. Ich habe sie immer beruhigt: „Hey! Wir haben Glitzer ins Blut gemischt. So gruselig und blutig ist es gar nicht.“ Ich würde meinen Film auch eher als „Horror light“ bezeichnen. Ich hatte natürlich große Angst, dass die Horror-Fans den Film hassen würden, aber die zeigten sich dann doch sehr aufgeschlossen. Ich wusste, dass sie einfach alles kennen und auf jedes Detail achten. Und sie freuen sich tierisch über die vielen eingestreuten „Easter Eggs“, all die Anspielungen, Zitate und die Reminiszenzen an meinen Vater. Übrigens, es mag überraschen, aber auch in der queeren Community gibt es nicht wenige Hardcore-Horror-Fans.

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