Tränen – Leben in einer Katze
Märchenhafte Wesen treffen auf Politik im neuen Album „Leben in einer Katze“ von Tränen

Gwen Dolyn und Steffen Israel haben mit ihrem zweiten Album „Leben in einer Katze“ ein politisches, wütendes sowie intimes Album über Liebe, Zugehörigkeit und die Verzweiflung über die Welt geschaffen. Zentral ist dabei das Einbeziehen nichtmenschlicher Wesen. Inhaltlich ist es trotz eingängiger Hooks sehr komplex und entfaltet seine Tragweite erst nach mehrmaligem Hören. Musikalisch ist das Album dafür umso zugänglicher, verbindet Pop-Melodien mit punkigen Elementen und NDW-Synthesizern. Es ist in seinen Höhen sowie in seinen melancholisch-nachdenklichen Balladen gleichsam intensiv.
Im Song „Chrom im Wald“ besingt Dolyn die nächtliche Begegnung mit einem grünhäutigen Fabelwesen und die Sehnsucht nach einem anderen, fernen Planeten. In „Wie bei dir zuhause“ singt sie davon, wie müde sie ist, und sehnt sich nach einem Ort, an dem „Leben niemals Leben kosten sollte“, an dem Tier und Mensch friedlich nebeneinander leben und sich respektieren. Das Album ist wie ein geheimnisvolles Labyrinth, in dem man sich verlieren und wiederfinden kann: Es ermöglicht eine verzauberte, humorvolle Realitätsflucht, die dennoch mit den Abgründen der Welt konfrontiert.
Musik


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