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TV-Tipp: Alzheimer-Drama „An ihrer Seite“

An ihrer Seite
Bild: ARD/Degeto

Sie steht im himmelblauen Skianzug auf ihren Langlaufskiern mitten in der kanadischen Wildnis. Ihr langes, graues Haar ist zerzaust, ihr Blick unsicher. Von einer Minute auf die andere ist ihr nicht mehr klar, wo sie ist, erkennt sie die Umgebung nicht mehr wieder, die über 20 Jahre ihre Heimat war.

Fiona, mit großer Intensität von der immer noch wunderschönen Julie Christie verkörpert, hat Alzheimer. Und während sie der Situation sogar mit etwas Humor begegnen kann, leidet ihr Mann Grant (Gordon Pinsent): Seit über 44 Jahren lebt das Paar zusammen, war keinen Tag getrennt, und nun wird klar, dass Fiona in eine Klinik muss, denn ihre Ausfälle werden immer schlimmer.

In langen Einstellungen, extremen Nahaufnahmen und mit sparsam eingesetzter Musik schildert Schauspielerin und Regisseurin Sarah Polley eine bittere Trennungsgeschichte. Sie verzichtet auf überzeichnete Emotionen und richtet stattdessen ruhige Blicke auf die schrittweise Akzeptanz Grants darüber, dass ihm seine geliebte Frau für immer entgleitet. Und immer wieder schaut die Kamera auf Julie Christie, die mit ihrem Charisma das schwierige Thema auch durch manche Länge trägt.

Text: Britta Lippold

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