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TV-Tipp: „Eden“ ist ein Liebesbrief an die Hochzeit des French House

Eden
Bild: WDR/Alamode Film

Aktuell ist Regisseurin Mia Hansen-Løve wieder in aller Munde, hat sie doch erst kürzlich ihren neuen Film „Bergman Island“ veröffentlicht. Mittlerweile wissen Fans, was sie bei der Regisseurin erwartet: ein unaufgeregter, subtiler Stil, bei dem großes Drama oft nur angedeutet wird.

Doch in „Eden“ ist die unspektakuläre Weise, in der Mia Hansen-Løve die Geschichte eines DJs im Paris der Neunziger erzählt, ist Verdienst und Fallstrick zugleich. Die Französin inszeniert „Eden“ als nostalgische Rückschau, die den jungen DJ Paul (Félix de Givry) während der Geburtsjahre von French House und darüber hinaus begleitet.

Ihre Darstellung der Partys, von denen es in Pauls Leben als Teil der DJ-Gruppe Cheers mehr als genug gibt, zeichnet sich nicht durch hektische Schnitte und die Romantisierung des Abfucks aus – sondern sie ist dank geduldig beobachtender Einstellungen und Schwenks sowie weichgezeichnetem Buntlicht ganz sehnsüchtige Erinnerung an eine Zeit, welche die 41-jährige Regisseurin selbst noch miterlebt hat.

Leider kommt die musikgeschichtliche Tiefe dabei zu kurz – und eine Dreidimensionalität des Protagonisten gar nicht erst auf. „Eden“ bleibt an der Oberfläche, allerdings an einer angenehm sensationslosen, die zudem von hervorragender Musik von Daft Punk und Frankie Knuckles umspielt ist.

Text: Lasse Nehren

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