FILM

TV-Tipp: „Into the Wild“ mit Emile Hirsch

In seiner fünften Regiearbeit tobt sich Sean Penn so richtig aus und spielt mit allem, was die filmische Trickkiste hergibt: „Into the Wild“ wimmelt vor Zeitraffer- und Slowmotion-Aufnahmen, vor Splitscreens, hastigen Zooms, überkolorierten Bildern und eigenwilligen Kameraeinstellungen. Die grandiose Verfilmung des gleichnamigen Jon-Krakauer-Romans erzählt die wahre Geschichte des 22-jährigen Chris McCandless, der nach dem Collegeabschluss seine Familie und seinen Alltag hinter sich lässt, um ohne Geld quer durch die USA zu trampen. Sein Ziel ist Alaska – dort, in der totalen Wildnis, will er ein freies Leben als Selbstversorger führen.

Penn wählte Chris’ Erlebnisse in Alaska als Rahmenhandlung, die unterbrochen wird von langen, in fünf Kapitel eingeteilten Rückblenden. Im Laufe des Films wird immer deutlicher, dass der junge Mann kein klischeehafter Aussteiger ist, der aus Coolness und Rebellion als Backpacker durchs Land zieht. Ihn treibt etwas viel Größeres an: die Suche nach dem Gefühl absoluten Glücks, von dem er nach mehreren Enttäuschungen glaubt, er könne es nur noch in sich selbst finden. Auf seiner Reise trifft Chris unterschiedlichste Glückssucher – zwei Althippies, einen einsamen Greis, einen kriminellen Farmer (Vince Vaughn) –, deren Konzepte er mit seinen eigenen Vorstellungen vom Gefühl des Erfülltseins abgleicht.

Hauptdarsteller Emile Hirsch hat sich mit seiner Darstellung als talentiertester Newcomer herausgestellt, den Hollywood seit langem hervorgebracht hatte. Nie lädt er seine melancholische Figur mit kitschiger Gestik oder Mimik auf, nie wirkt er zu gewollt jugendlich, und seinem Körper sieht man die Qualen der langen Reise und der Entbehrungen mehr und mehr an. Ein extremer und intensiver Film, dessen Plot sogar pathetische Gespräche über den Glauben an einen Gott legitimiert. (jul)

„Into the Wild“ läuft um 22.20 Uhr bei ServusTV Deutschland.

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