FILM

TV-Tipp: „Sture Böcke“ retten ihre Schafe

Manche Filme gehen eigentlich nur auf der breiten Kinoleinwand. Zum Beispiel Grímur Hokanarsons „Sture Böcke“: weite, schneebedeckte Täler, einsame Schafherden, die im Bild verschwinden, lange Einstellungen. Hokanarsons Film aus der isländischen Provinz, dem Ende vom Ende der Welt quasi, punktet mit seinen Bildern, und auch die Figurenzeichnung zweier Schafszüchter (mit Mut zum zerfallenden Körper gespielt von Sigurður Sigurjónsson und Theodór Júlíusson) beruht auf genauen Beobachtungen.

Die Handlung allerdings enttäuscht. Eine tödliche Viruserkrankung breitet sich unter den Schafherden im Hochland aus, das Gesundheitsministerium ordnet die Keulung aller gefährdeten Tiere an, und die einander im stummen Hass verbundenen Brüder Gummi und Kiddi wagen eine vorsichtige Wiederannäherung, um ihre preisgekrönten Herden zu retten. Viel mehr passiert bis zum überraschend drastischen Schluss nicht.

Alte eigenbrötlerische Männer in nordischer Wildnis aber hat man gerade im skandinavischen Kino schon zu häufig gesehen, sodass man Hakonarson vorwerfen kann, dass er das Erwartbare erfüllt. Wären da nicht diese Bilder! Die nämlich überstrahlen in ihrer Erhabenheit und ihrer Wucht jede Handlungskonvention. Und weil „Sture Böcke“ schon 2015 in den Kinos gelaufen ist, tut es da auch der Fernsehbildschirm.

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