„Vanished – Vertraust du ihm“: Archäologin gräbt Marseille um
Eine Archäolgin sucht ihren aus einem TGV verschwundenen Freund – und gerät in Lebensgefahr. Die Thrillerserie „Vanished – Vertraust du ihm“ läuft im Ersten und steht in der ARD-Mediathek.
Kann ein Mensch aus einem TGV verschwinden? In der Serie „Vanished – Vertraust du ihm“ passiert genau das auf der Zugstrecke nach Marseille. Doch die Freundin des Verschwundenen ist Archäologin und kann verdammt gut Spuren lesen. Das hilft ihr beim Suchen und bringt sie gleichzeitig sehr schnell auch in Lebensgefahr. Die Thrillerserie „Vanished – Vertraust du ihm“ läuft jetzt im Ersten und kann in der ARD-Mediathek gestreamt werden.
Die Schauspielerin Kaley Cuoco kommt ganz gut rum, seit die Nerd-Serie „The Big Bang Theory“ 2019 zu Ende ging, in der sie als Sidekick die einzige normale Person unter durchgeknallten Wissenschaftlern spielte. In der Serie „The Flight Attendant“ spielte sie über zwei Staffeln eine Flugbegleiterin mit Alkoholproblemen, die bei jedem Flugstopp mit einem anderen Mann schläft, bis einer von ihnen am nächsten Tag ermordet neben ihr im Hotelbett liegt. Danach wird sie zuerst des Mordes verdächtigt, ermittelt später selbst und wird schließlich gar von der CIA eingespannt, was sich in der zweiten Staffel fortsetzt. Jetzt in „Vanished – Vertraust du ihm“ spielt sie die Archäologin Alice Monroe, die sich seit vier Jahren regelmäßig mit Tom Parker (Sam Claflin, „Peaky Blinders“) in Hotelzimmern zum Sex trifft. Als sie Tom, dem Chef einer Flüchtlingsorganisation, sagt, dass sie eine Professorinnenstelle in den USA bekommen hat und gerne mit ihm dorthin ziehen und ein normales Eheleben führen möchte, verschwindet Tom wenig später aus dem fahrenden TGV, der beide nach Marseille bringen soll. Oder ist er ausgestiegen, als der Zug kurz vor Avignon außerplanmäßig zum Halten kam? Der Zugbegleiter verneint kategorisch, dass dies möglich war, Türen ließen sich nur in Bahnöfen öffnen. Zunächst völlig auf sich alleine gestellt und ohne Hilfe durch die Polizei von Marseille, beginnt Alice mit der Suche nach dem Verschwinden ihres Freundes. Unterstützung erfährt sie dabei von der Journalistin Hélène (Karin Viard, „Adieu Chérie – Trennung auf Französisch“) und später auch von Tims Freund und Kollegen Alex, der von Matthias Schweighöfer gespielt wird. Doch bald erfährt sie, dass die meisten Menschen um sie herum nicht auf ihrer Seite stehen. Und dann entpuppt sich Tom noch als international agierender Menschenhändler, was Alice zuerst überhaupt nicht glauben mag und etwas später zutiefst entsetzt. Als es einen ersten Mord gibt, wird sie selbst plötzlich auch noch als vermeintliche Mörderin zur Fahndung ausgerufen. Der Vierteiler „Vanished – Vertraust du ihm“ von Regisseur Barnaby Thompson rückt zwar ein Verbrechen mit hochpolitischem Hintergrund ins Zentrum der Handlung, bleibt dabei aber auf nicht mal halber Strecke stehen. Statt dessen darf Alice immer wieder vor Verbrechern in den Gassen der Problemviertel Marseilles davonlaufen und dabei ihre Fitness unter Beweis stellen. Bläst man so ein zu knappes Drehbuch auf? Wenigstens tat man das mit ganz ordentlichen Actionszenen. Dürftig bleibt die Handlung, die immer nur auf Alice‘ Privatleben blickt, trotzdem.