Zum Inhalt springen

„Weiße Westen, schwarze Nächte“ von Sabine Hofmann

Buchcover „Weiße westen, schwarze Nächte“ von Sabine Hofmann

Mit „Weiße Westen, schwarze Nächte“ startet Sabine Hofmann eine Reihe, die im Ruhrgebiet der 1960er-Jahre spielt und zwei Auftrags-Einbrecherinnen ins Zentrum rückt.

„Weiße Westen, schwarze Nächte“ von Sabine Hofmann ist unser Krimitipp der Woche

Hier gibt es jede Menge Kohle – man muss nur wissen, wie man an sie rankommt. Zwar steckt der Bergbau im Ruhrgebiet der 1960er Jahre schon in der Krise, doch für Hedy Voss gibt es noch genug zu heben. Bei Auftrags-Einbrüchen für einen Antiquitäten­hehler er­beutet sie Bargeld, Schmuck und Uhren. So lässt sich auch die Privatklinik für ihre psychisch kranke und tablettensüchtige Schwester Elsa finanzieren. Bei einem Diebeszug in der Villa des Oberregierungsrats Seuffert im schicken Essen-Bredeney fördert Hedy unter anderem einen Kalender mit seltsamen Kürzeln und Zahlen­kolonnen zu Tage. Instinktiv ahnt sie, dass dieser ein Beweis für Korruption oder sonstige windige Geschäfte ist: Damit lässt sich doch bestimmt richtig Schotter machen!

Sabine Hofmann nimmt sich zum Auftakt ihrer Reihe einen realen Fall als Vorbild, den sie geschickt für einen packenden Krimi­plot anverwandelt. Wenngleich dabei auch so manche Allgemeinplätze aus der Klischeewelt des Ruhrpotts und der 60er bemüht werden, gelingt Hofmann doch eine atmosphärische wie politische Zeitreise, bei der man Hedy und Elsa gerne auch dorthin folgt, wo es brenzlich wird. Die drohen sich nämlich tüchtig die Finger zu verbrennen – und das nicht nur, weil eine von ihnen mit vorgehaltener Pistole gezwungen wird, eine Hand in den Toaster zu stecken …

Mit „Weiße Westen, schwarze Nächte“ hat es Sabine Hofmann auf unsere Liste der besten Krimis im Juli 2026 geschafft.

Beitrag teilen: