„Ein unglücklicher Tod“ von Peter Grainger
Ist die Serie um den Ermittler DC Smith von Peter Grainger ein Beitrag zur Rentendebatte? Zumindest lässt sich in „Ein unglücklicher Tod“ ein älterer Arbeitnehmer nicht so leicht hinter die Fichte führen …
„Ein unglücklicher Tod“ von Peter Grainger ist unser Krimitipp der Woche
Wenn der Chef und die Kollegen schon vorsichtig fragen, ob man nach 30 Berufsjahren nicht doch endlich mal in Rente gehen möchte, gibt es ja zwei Möglichkeiten, die Spaß bringen: Erst recht weitermachen, um alle weiter zu nerven. Oder endlich mal was Eigenes starten. Peter Grainger – der eigentlich Robert Partridge heißt – war Lehrer und schreibt als Pensionär seinen ersten Roman, den er zunächst im Selfpublishing verlegt. Mit den Jahren ist daraus eine sehr erfolgreiche britische Polizeiromanserie erwachsen. Dem Ermittler DC Smith wird darin von seinem Vorgesetzten der Ruhestand nahegelegt, doch bleibt der eigensinnige Ermittler trotz Degradierung nach einem internen Ermittlungsverfahren bei seiner Dienststelle im ländlichen Norfolk.
Dass ihm der unerfahrene Detective-Anwärter Chris Waters an die Seite gestellt wird, juckt ihn genauso wenig wie der zugeteilte Routinejob. Keineswegs will der gerade verwitwete Smith den Rest seiner Berufsjahre nur Akten hin- und herschieben oder diese vorschnell zuklappen. Zwar wird ihm nahegelegt, den vermeintlichen Unfalltod eines 17-Jährigen bald vom Tisch zu bekommen, aber genau dass lässt den alten Hasen aufhorchen. Intuition entwickelt sich eben auch durch eine langjährige Tätigkeit. Bei der Obduktion des Ertrunkenen zeigt sich eine merkwürdige Kopfverletzung, die widersprüchlichen Aussagen der Zeugen müssen entwirrt werden. Und was ist eigentlich mit den Kanufahrern, denen der Tote begegnet ist? Niemandem glauben, alles überprüfen, das ist Smiths Credo, das er an Waters weitergibt. Trotz des Altersunterschieds und diesbezüglichen Frotzeleien ergänzen sich die beiden gegenseitig und werden schnell zum Duo. Aber wie es nun mal so ist, wenn man seine Nase dort zu tief hineinsteckt, wo es nicht gewünscht ist, kann diese schnell mal blutig werden.
„Ein unglücklicher Tod“ ist erst der Anfang für das Duo Smith und Waters
Krimiautor Peter Grainger zeigt schon in diesem ersten Band: Die besten Teams vereinen gewiefte Cleverness mit jungendlichem Leichtsinn. Weder von bürokratischen Hürden, korrupten Vorgesetzten, einflussreichen Intriganten noch von Gangstern lassen sich Smith und Waters stoppen. Aus Pflichtbewusstsein gegenüber den Opfern – und weil das Rentnerdasein noch warten kann.
Mit „Ein unglücklicher Tod“ hat es Peter Grainger auf unsere Liste der besten Krimis im August 2026 geschafft