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Die besten Krimis 2026: Empfehlungen für den August

Bestenliste Krimi 0826

Für blutige Sommernächte: Die besten Krimis im August 2026 mit Wolf-Ingo Härtl, Tina N. Martin und Peter Grainger.

Die Serie um den Ermittler DC Smith kann auch als Beitrag zur Rentendebatte gelesen werden, denn in „Ein unglücklicher Tod“ lässt sich ein älterer Arbeitnehmer nicht so leicht hinter die Fichte führen. Und kann Peter Grainger so auf unserer Liste der besten Krimis im August 2026 punkten? Hoch hinaus auf unserer Liste der besten Krimis im August 2026 will auch Tina N. Martin: Auch mit dem Finale ihrer Idun-Lind-Serie liefert sie wieder Schweden-Thrill vom Feinsten – und das, obwohl sie sich für „Racheflamme“ von einem vermeinlich harmlosen Genre hat inspirieren lassen. Oder führt Sabine Hofmann unsere Liste der besten Krimis im August 2026 an? „Weiße Westen, schwarze Nächte“ ist der Auftakt einer Reihe, die in den 60er-Jahren im Ruhrgebiet spielt.

Auf Christoffer Carlsson steht auf unserer Liste der besten Krimis im August 2026: Mit „Hinter dem Nebel“ blickt er ein weiteres Mal durch die Gardinen der schwedischen Provinz – und entdeckt ein Netz aus Verwicklungen und Verrat. Wolf-Ingo Härtl zeichnet das Psychogram einer Profilmörderin, und „Kurz bevor der Tag beginnt, ist die Nacht am dunkelsten“ ist wohl der Geheimfavorit auf unserer Liste der besten Krimis im August 2026. Und pünktlich zum Wacken Festival ist auch Bastian Zach für unsere Liste der besten Krimis im August 2026 nominiert. Sein zweiter Metal-Krimi heißt „Hell over Wacken“.

Die besten Krimis im August 2026

6. Sabine Hofmann: Weiße Weste, schwarze Nächte

Die besten Krimis im August 2026: Buchcover „Weiße westen, schwarze Nächte“ von Sabine HofmannHier gibt es jede Menge Kohle – man muss nur wissen, wie man an sie rankommt. Zwar steckt der Bergbau im Ruhrgebiet der 1960er Jahre schon in der Krise, doch für Hedy Voss gibt es noch genug zu heben. Bei Auftrags-Einbrüchen für einen Antiquitäten­hehler er­beutet sie Bargeld, Schmuck und Uhren. So lässt sich auch die Privatklinik für ihre psychisch kranke und tablettensüchtige Schwester Elsa finanzieren. Bei einem Diebeszug in der Villa des Oberregierungsrats Seuffert im schicken Essen-Bredeney fördert Hedy unter anderem einen Kalender mit seltsamen Kürzeln und Zahlen­kolonnen zu Tage. Instinktiv ahnt sie, dass dieser ein Beweis für Korruption oder sonstige windige Geschäfte ist: Damit lässt sich doch bestimmt richtig Schotter machen!

Sabine Hofmann nimmt sich zum Auftakt ihrer Reihe einen realen Fall als Vorbild, den sie geschickt für einen packenden Krimi­plot anverwandelt. Wenngleich dabei auch so manche Allgemeinplätze aus der Klischeewelt des Ruhrpotts und der 60er bemüht werden, gelingt Hofmann doch eine atmosphärische wie politische Zeitreise, bei der man Hedy und Elsa gerne auch dorthin folgt, wo es brenzlich wird. Die drohen sich nämlich tüchtig die Finger zu verbrennen – und das nicht nur, weil eine von ihnen mit vorgehaltener Pistole gezwungen wird, eine Hand in den Toaster zu stecken …

Aufbau, 2026, 351 S., 13 Euro

5. Christoffer Carlsson: Hinter dem Nebel

Buchcover „Hinter dem Nebel“ von Christoffer CarlssonWer hängt sich schon inmitten eines erfolgsversprechenden Buchprojekts auf? So glaubt der namen­lose Ich-Erzähler keine Sekunde an den vermeintlichen Selbstmord seines Autoren­freundes Johan Oskarsson. Zumal dieser ihn kurz zuvor noch mit einer SMS um ein Treffen gebeten hat, obwohl sich die beiden Schriftsteller schon länger nicht mehr gesehen haben. Ermittler Vidar Jörgensson sieht zwar keine Hinweise auf Fremd­verschulden, doch die Brisanz von Oskarssons Arbeit ist offensichtlich: Der saß gerade an einer Biografie über die umstrittende schwedische Autorin Ingrid Klinga. Deren schillerndes Leben birgt auch nach Jahrzehnten noch Geheimnisse. In den späten 1950er Jahren steht Klinga wegen ihrer Nähe zu einer kommunistischen Studentengruppe unter Beobachtung, da die staatliche Paranoia im Kalten Krieg groß ist. Enthüllungen aus dieser Zeit könnten das Wirken von Diensten beleuchten, welche auch heute noch lieber im Schatten agieren.

Christoffer Carlsson lüftet den Schleier um alte und neue Verbrechen erst nach und nach auf zwei Zeitebenen. Dabei wirft der schwedische Autor zuweilen Nebelkerzen, spielt souverän und tückenreich mit Erwartungen an die Wahrhaftigkeit von Erzählungen. Carlssons ist ein Garant für beste schwedische Kriminalliteratur mit Tiefgang und Raffinesse. Seine Halland-Krimi­reihe blickt hinter die Gardinen in der westschwedischen Provinz und konfrontiert mit moralischen Fallstricken bei der Vergangenheitsbewältigung durch Sühne und Ahndung von Verbrechen. Polizist Vidar Jörgensson ist da trotz des landschaftlich reizvollen Einsatzgebietes nicht zu beneiden.

Kindler, 2026, 460 S., 25 Euro

Aus d. Schwed. v. Ulla Ackermann

4. Bastian Zach: Hell over Wacken

Buchcover „Hell over Wacken“ von Bastian Zach„Von allen Messern in Wacken hast du das mit der stumpfesten Klinge erwischt“ Eine nicht einvermehmliche Finger­ampu­tation auf dem Festival­gelände in Wacken zieht sich in die Länge, als Laienchirurgen ungeeignete Instrumente verwenden. Die Opfer­gabe des kleinen Fingers droht neben teuflischen Morden zu einem weiteren Ritual-Verbrechen zu werden. Denn wenn dreimal die Sechs in die Stirn geritzt wird – Uuuuiii! – dann huldigen Kult­gläubige wohl dem Anti­christen. Wie letztes Jahr ermitteln Lars und seine Tochter Mia mit viel Humor zwischen Kutten und Krach – ääähh, feinstem Hard Rock. Bastian Zachs zweiter Metal-Krimi wird also garantiert nicht im Wacken-Matsch landen.
Bastian Zach wurde 1973 in Leoben geboren und verbrachte seine Jugend in Salzburg. Als selbstständiger Schriftsteller und Drehbuchautor lebt und arbeitet er in Wien. 2020 wurde sein Krimi-Debüt „Donaumelodien – Praterblut“ für den Leo-Perutz-Preis nominiert. Seit über 35 Jahren ist Bastian Zach eingefleischter Metal-Fan, die Liebe zur Musik inspirierte ihn zu dieser Fortsetzung seines Metal-Krimis.

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3. Tina N. Martin: Racheflamme

Die besten Krimis im August 2026: Buchcover „Racheflamme“ von Tina N. MartinWas sind wohl die letzten Empfindun­gen, wenn man bei vollem Bewusst­sein in eine Wanne gelegt wird, die mit Schwefelsäure und Wasser­­stoffperoxid gefüllt ist? Die schwedische Thrillerautorin Tina N. Martin imaginiert das verstörend anschaulich gleich zu Beginn des Abschluss­bands ihrer fünfteiligen Idun-Lind-Reihe. Schauspielerin Tone zersetzt sich da zischend und brodelnd durch das kritische Mischungsverhältnis der Piranha-Lösung mitten auf der Hauptbühne des Stadttheaters der nordschwedischen Stadt Luleå. Weil diese gruselige Aufführung nachts ohne Publikum stattfindet und keine DNA mehr nachweisbar ist, kann auch nicht zweifelsfrei bestimmt werden, wer zu dieser stinkenden Brühe dahingeschmolzen ist.
Bestsellerautorin Martin wird natürlich weitere Taten folgen lassen, die im Umfeld des Ensembles geschehen und Idun Linds Team immer mehr unter Erfolgsdruck setzen. Ob mit Stahlseilen gekreuzigt und wie eine Vogelscheuche inszeniert, durch Feuer verunstaltet oder hoffnungslos in eine Blech­kiste gesperrt: Hier wird sadistisch abgerechnet und selbst mit Requisiten perfide gespielt. Was geschah damals in der Musical-Academy, mit der alle Opfer in Verbindung stehen und woher kommen die Ideen zu solch brutalen Hinrichtungen? Kenner merken schnell: Tina N. Martin lässt sich da von einem Kinder­buch-Klassiker anregen. Bühne frei also für allerfeinsten Skandi-Horror, an dem nicht nur Bastel­freaks mit Chemie­kenntnissen ihren Grusel­spaß haben dürften. Schluss­applaus für das Ermittlerteam – doch der Vorhang hebt sich dann noch einmal für gemeine Rachepläne, die das Grauen fortsetzen sollen …
Blanvalet, 2026, 544 S., 17 Euro
Aus d. Schwed. v. Leena Flegler

2. Wolf-Ingo Härtl: Kurz bevor der Tag beginnt, ist die Nacht am dunkelsten

Buchcover „Kurz bevor der Tag beginnt, ist die Nacht am dunkelsten“ von Wolf-Ingo HärtlLippenstift, Kajal, Puder, Augenpads und eine Pistole: In ihrer Handtasche findet „Event­managerin“ Marie Giddas alles, was sie für ihre Aufträge benötigt. Diesmal ist Vincent ihr Auftrag. Sie trifft ihn, wie alle ihre Opfer, scheinbar zufällig, und mit ihm landet sie sogar im Bett. Als kaltblütige Killerin sieht sie kein Problem, ihn nach der Liebes­nacht trotzdem abzuknallen. Halt, stopp! Vincent drängt sie, von ihr zu erzählen. Marie wird in dramaturgisch geschickt gesetzten Rückschauen berichten, wie sich in den letzten acht Jahren ihr bisheriges Leben geändert hat.
Von einem Monsieur Junot, der als Menschenkenner ihre emotionale Taub­heit erkennt, sie in Paris an­heuert und als Profimörderin ausbildet. Wie sie sich davor allein und fast schon lebensmüde in die gefährlichen Favelas von Rio wagt und dort das Schießen lernt. Von einem tragischen Schicksals­schlag am Kurilensee, der für all das erst den Ausschlag gegeben hat. Marie erkennt bei Vincent im winterlichen Rothenfels die Chronik ihres jahrelangen Selbstbetrugs. Doch reicht allein Maries Reflexion der Gescheh­nisse, um den Schutzpanzer aus Zynismus und Gefühlskälte aufzutauen, welchen sie sich gegen ihre seelischen Schmerzen zugelegt hat?
Wolf-Ingo Härtel gelingt ein bedrückendes Psychogram, das er prägnant auf den Punkt bringt. Nicht zuletzt tragen die eingefangenen Stimmungen an den sehr unterschiedlichen Schauplätzen dazu bei, die innere Zerissenheit Maries so einfühl­sam und zugleich spannend abzubilden. Dass Härtel eine wahre Begebenheit als Inspiration ge­nommen hat, mag verstörend sein. Vielen Menschen sieht man die Beweg­gründe ihrer Handlungen ja nicht gleich an. Vielleicht ist ein prüfender Blick in die Tasche der nächsten Zufalls­­bekanntschaft also durchaus ratsam.
Ultraviolett, 2026, 164 S., 15 Euro

1. Peter Grainger: Ein unglücklicher Tod

Buchcover „Ein unglücklicher Tod“ von Peter GraingerWenn der Chef und die Kollegen schon vorsichtig fragen, ob man nach 30 Berufsjahren nicht doch endlich mal in Rente gehen möchte, gibt es ja zwei Möglich­keiten, die Spaß bringen: Erst recht weiter­machen, um alle weiter zu nerven. Oder endlich mal was Eigenes starten. Peter Grainger – der eigentlich Robert Partridge heißt – war Lehrer und schreibt als Pensionär seinen ersten Roman, den er zu­nächst im Self­publishing verlegt. Mit den Jahren ist daraus eine sehr erfolgreiche britische Polizei­­romanserie erwachsen. Dem Ermittler DC Smith wird darin von seinem Vorgesetzten der Ruhestand nahegelegt, doch bleibt der eigensinnige Ermittler trotz De­gradierung nach einem internen Ermittlungs­verfahren bei seiner Dienststelle im ländlichen Norfolk.
Dass ihm der unerfahrene Detective-Anwärter Chris Waters an die Seite gestellt wird, juckt ihn genauso wenig wie der zugeteilte Routinejob. Keineswegs will der gerade verwitwete Smith den Rest seiner Berufsjahre nur Akten hin- und herschieben oder diese vorschnell zuklappen. Zwar wird ihm nahegelegt, den vermeintlichen Unfalltod eines 17-Jährigen bald vom Tisch zu bekommen, aber genau dass lässt den alten Hasen aufhorchen. Intuition ent­wickelt sich eben auch durch eine lang­jährige Tätigkeit. Bei der Obduktion des Er­trun­kenen zeigt sich eine merkwürdige Kopf­verletzung, die widersprüchlichen Aussagen der Zeugen müssen entwirrt werden. Und was ist eigentlich mit den Kanu­fahrern, denen der Tote begegnet ist? Niemandem glauben, alles überprüfen, das ist Smiths Credo, das er an Waters weitergibt.
Trotz des Altersunterschieds und dies­bezüglichen Frotzeleien ergänzen sich die beiden gegenseitig und werden schnell zum Duo. Aber wie es nun mal so ist, wenn man seine Nase dort zu tief hineinsteckt, wo es nicht gewünscht ist, kann diese schnell mal blutig werden. Krimiautor Peter Grainger zeigt schon in diesem ersten Band: Die besten Teams vereinen gewiefte Cleverness mit jungendlichem Leichtsinn. Weder von bürokratischen Hürden, korrupten Vor­gesetz­ten, einfluss­reichen Intriganten noch von Gangstern lassen sich Smith und Waters stoppen. Aus Pflicht­bewusstsein gegenüber den Opfern – und weil das Rentnerdasein noch warten kann.
Diogenes, 2026, 288 S., 18 Euro
Aus d. Engl. v. Eva Regul
Riskieren Sie auch einen Blick auf unsere Liste der besten Krimis im Juli 2026!
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