„Wide awake“ von Mechatok: Im Referenzdschungel
Bladee und Charli XCX hat er produziert, jetzt wagt er selbst das Debüt: Mechatok aus München ist ein Mann vieler Einflüsse.

Dafür, dass Deutschland eine Wiege der elektronischen Musik ist, spielen wir im internationalen Vergleich aktuell eher auf den hinteren Rängen. Ausnahme Emir Timur Tokdemir alias Mechatok: In Deutschland kennt den Münchner kaum jemand, dafür hat für globale Stars wie Charli XCX oder Bladee produziert und ist der erste deutsche Artist auf dem britischen Label Young, Heim von The xx oder FKA Twigs. Mit diesen Referenzen im Hinterkopf ist die Neugier auf das Debütalbum groß – zugleich lassen sie sich auch beim Hören schwer verdrängen.
Mechatok schafft mit glitchigen Beats, hochgepitchten Hyperpop-Samples und dezent eingesetzten Gästen von Bladee bis Isabella Lovestory eine einheitliche Atmosphäre, ist dabei mal ganz nah an der Tanzfläche („Virus Freestyle“), mal näher am Cloudpop („She’s a Director“). Einziger Ausreißer ist der Schlusstrack „Sunkiss“, der mit seinem endlos kreisenden Synthmotiv eher an Brian Eno oder James Ferraro erinnert. Ihr merkt es schon an den ganzen Verweisen: So viel Geschmack Mechatok auf „Wide awake“ auch beweist, verdeckt er damit manchmal die eigene Handschrift.
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