MUSIK

Auf Sommertour: Wincent Weiss spielt unter freiem Himmel

Konzert Atmosphäre mit Konfetti

„Wer, wenn nicht wir“, fragt Wincent Weiss in einem seiner aktuellen Songs, die auf seinem jüngst veröffentlichten Album „Vielleicht Irgendwann“ vertreten sind. „Wann, wenn nicht jetzt”, möchte man als Zuhörer ihm entgegnen und den Sänger mit High Five abklatschen. Die Ankündigung seiner Sommertour, die im nächsten Sommer zudem fortgesetzt wird, hat bei Fans Begeisterungsstürme ausgelöst. Der Zeitpunkt ist nicht nur metrologisch gut abgepasst, sondern auch marketingseitig.

Wie der Express berichtete, wurde Wincent Weiss‘ neue Single „Die guten Zeiten“ als offizieller Song für die Live-Berichterstattung auserkoren. Eine große Ehre für den gebürtigen Bad-Oldesloer, der den Titel zusammen mit Kumpel und Musikerkollege Johannes Oerding aufnahm. Im Gegensatz zum offiziellen Track „We Are The People“ von Martin Garrix, der auf ein vereintes Europa in seiner Message abzielt, setzt Wincent auf Erinnerungen, tolle Momente und Zusammenhalt. Erfolg ist beiden Songs beschert: Während „We Are The People“ mit Stand 24.5.2020 laut Betway Online Wetten bereits 7.132.125 Abrufe im Stream erzielen konnte, und bis Sommer 2021 allein auf Spotify mehr als 33.197.854 erreichte, kommt Wincent Weiss mit seiner Hymne auf 3.320.334 Streams. In Anbetracht, dass Garrix auf internationale Hörer sowie echte Fußballfans setzen kann und Weiss nur innerhalb Deutschlands auf Fanbase und Hörer zählen kann, ist das Ergebnis beachtlich.

DSDS spielt keine Rolle

Für Wincent Weiss dürfte die Ernennung seines Songs zum ARD-Track des Sommers ein Ritterschlag gewesen sein. Steigende Hörer- und Verkaufszahlen dürften ihm damit gewiss sein und auch auf die bevorstehende Tour einzahlen. Fans können sich über zahlreiche Gigs freuen, die unter anderem in Zwickau, Tettnang, Neu-Ulm, Füssen. Mainz, Gelsenkirchen oder Halle stattfinden. Alle Termine gibt es auf der Homepage des Künstlers einzusehen.

Mit seiner Musik schaffte es Wincent, sich als gestandener Musiker zu etablieren. Sein Karrierebeginn bei der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“, die laut dwdl derzeit vor einer großen Renovierung steht, gerät beim Blick auf seine späteren Erfolge schon fast in den Hintergrund. Eine Fügung, die wohl kaum ein Musiker bedauert. Das kritische Image der Retorten-Stars, die nach einem Hit von der Bildfläche verschwinden, hat Wincent Weiss mit Leichtigkeit abgelegt. „Feuerwerk“ und „Musik sein“ haben sich von Beginn an als Radiosongs erwiesen und gelten als Grundstein für seine steile Karriere gelegt.

Ernste Momente

Auf seiner Tour dürfen Beuscher genau diese Klassiker erwarten, die mit neuen Songs kombiniert werden. Die ernsteren Töne auf dem Longplayer „Vielleicht Irgendwann“ dürften der Stimmung jedoch keinen Abbruch tun. Zwar bemängeln Kritiken, wie sie auf laut zu lesen ist, dass sich der Radiopop weder von Mark Forster noch Tim Bendzko unterscheidet, aber die persönlichen Elemente machen das dritte Album zu etwas Besonderem. Persönliche Einblicke in eine dunkle Zeit seines Lebens sind in einigen Songs wie „Winter“ oder „Vielleicht Irgendwann“ zu hören. Offen spricht Wincent auch Interviews über seine schwere Phase. Mutig und vorbildlich: Eine Eigenschaft, die Wincent Weiss hoch anzurechnen ist und auf der Sommertour bejubelt werden kann.

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