- Review
Yaeji: WHAT WE DREW 우리가 그려왔던
Die Tracks ihres ersten Mixtapes auf Albumlänge gehen zwar nicht wirklich auf, aber gerade dadurch kreiert Yaeji ihren eigenen Raum.

Wie viel Dancefloor passt eigentlich in ein Wohnzimmer und wie viel Wohnzimmer auf einen Dancefloor? Mit ihrem ersten Mixtape auf Albumlänge lotet die koreanisch-amerikanische Künstlerin Kathy Yaeji Lee den sphärischen Raum aus, der sich irgendwo zwischen warmen House-Bässen, scharfkantigen Trap-Beats und tröpfelnden LoFi-Sounds auftut. Dass diese Mischung durchaus tanzbar ist, hat Yeaji nicht zuletzt selbst mit Auftritten beim Boiler Room oder dem Coachella Festival bewiesen.
Wenn die 26-Jährige aber auf „When I grow“ mit flüsternder Stimme im Rhythmus des pulsierenden Beats spricht, oder ihr gehauchter Gesang auf „In Place“ einen Gegenpol zu dem synkopierten Rhythmus der Drums bildet, fügt sie ihren Tracks ein introspektives Element hinzu, das sich dem Drang nach Ekstase widersetzt und eher Reflexion verlangt. Die Tracks des Mixtapes gehen in keiner der beiden Welten wirklich auf, aber gerade dadurch kreiert Yaeji ihren eigenen Raum. sg
WHAT WE DREW 우리가 그려왔던 ist bereits via XL Recordings erschienen.
Musik

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