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„AllA“ von Surma: Björk aus Portugal?

Surma

Es klickt, surrt und rauscht: Mit ihrem Artpop erschafft Surma auf „AllA“ ihr ganz persönliches Klanguniversum.

Wenn irgendwo eine Frau mit markanter Stimme Musik macht, die nicht perfekt ins Mainstreamraster passt, haben 99 Prozent der Kritiker:innen schon die Finger auf den Tasten B, J, Ö, R und K. Räumen wir den Vergleich also direkt aus dem Weg: Ja, Surmas neues Album erinnert in bester Weise an Björk, doch das hat weniger mit Songwriting oder Gesang zu tun als mit dem unbedingten Fokus auf Textur. „AllA“ klickt, surrt und rauscht wie einst „Vespertine“, doch durch die Kombination mit jazzigem Folk schafft die Portugiesin ihr ganz eigenes klangliches Universum.

Über akustischen Studioskizzen legt Surma elektronische Effekte, macht aus Balladen urplötzlich Clubtracks („Did I drop Acid and this is my Ego Death?“) und aus einem Protestsong eine werbetaugliche Hymne („Islet“). Dass das zweite Album der studierten Kontrabassistin trotzdem nie sperrig klingt, sondern wie eine Party mit Musiknerds, liegt daran, dass es irgendwie genau das ist: Auf mehr als der Hälfte der Tracks hat Surma mit Freund:innen aus aller Welt kollaboriert.