Als die Anorexie bei uns einzog von Mee Kyung Hwang
Mee Kyung Hwang erzählt die Geschichte ihrer Tochter, die als Teenagerin an Anorexie erkrankt ist.

Auf eindrückliche Weise erzählt Mee Kyung Hwang die Geschichte ihrer Tochter Mara, die als Teenagerin an Anorexie erkrankte. Ehrlich und ungeschönt berichtet die Autorin in kurzen Kapiteln vom Kampf gegen die Krankheit, der von da an das Leben der ganzen Familie bestimmen sollte. Die Erzählweise ist nicht immer chronologisch, und manch ein Detail aus Mee Kyung Hwangs Leben erscheint etwas redundant. Genau das sorgt jedoch für einen intensiven Einblick, der deutlich macht, wie stark der Umgang mit einer psychischen Erkrankung den gesamten familiären Alltag einnimmt.
Dabei geht die Hoffnung trotz allem nie verloren, und die Autorin weiß ihre Geschichte an vielen Stellen mit Humor aufzulockern. Hwangs Erfahrungsbericht ist nicht nur eine Empfehlung für Mental-Health-Interessierte: Der Bezug auf aktuelle, intersektionale Themen wie Rassismus und Care-Arbeit zeigt auf, dass strukturelle Probleme die Belastung zusätzlich erhöhen. Das verleiht dem Ganzen eine größere Dimension und macht das Buch zu weit mehr als einer bewegenden Familiengeschichte.
Wer sich für „Als die Anorexie bei uns einzog“ von Mee Kyung Hwang interessiert, sollte auch unsere Kritik zu „Gegenwehr im Jetzt“ von Asal Dardan, Lena Gorelik und Dietmar Süss lesen.
Literatur


Martina Hefter stellt Nach der Sonne schauen vor
2024 hat sie den Deutschen Buchpreis gewonnen, jetzt ist Martina Hefter mit dem Nachfolgeroman unterwegs.

Totenfrau – Die Rückkehr
