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Inzidenz des Irrsinns

Buchcover „Berlin Heat“ von Johannes Groschupf

Johannes Groschupf ist mit dem Nachfolger zu „Berlin Prepper“ zurück. August 2021, Berlin, 34 Grad: endlich Sommer. Und endlich kein Scheißmundnasenschutz mehr! Seitdem Covid 19 nicht mehr alles kalt stellt, kommen Hipster, Heiopeis und Provinzgirlies im Sauseschritt zurück, stopfen wieder ihre Fjällräven-Rucksäcke mit Hauptstadtplunder voll und sneaken von Party zu Party. Der dreißigjährige Berliner Tom Lohoff ist voll auf Ritalin und macht sowas wie Airbnb – nur in korrekt. Er hat Papis lässig abgeranzte Ex-Stasi-Wohnungen und Drogen-Naschis für die Touris am Start, steckt aber trotzdem bis zum Kragen seines Paisleyhemdchens in den Miesen. Finger weg vom Binge-Zocken in der Daddelbude und den Kombiwetten für die armenische Fußballliga! Statt Schulden lieber wieder Liebe machen: „Queen of the Muffins“-Marla ist blond wie Bier, bauchnabelgepierct und beim First-Date spitz auf einen Post-Corona-Fick oben im Baukran am Marheinekeplatz. Doch „King of Potsdamer“ Krasniqi wartet ungern auf die zwölf Riesen, die Tom säumig ist. Er schickt Zwiebelatem-Zef von Tirana-Inkasso – Nase schlecht gerichtet , „NO MERCY“ im Nacken tätowiert, und das Wort „Zahlungsaufschub“ versteht er nicht. Da kommen Ronny und Henne wie gerufen: Die wollen fix 2000 für Toms Absteige in Fennpfuhl abdrücken. Doch haben die beiden da nicht den entführten AfD-Heini im Schlepp? Tom denkt nicht an Politics, nur an schnelle Kohle. Jetzt noch Papi fünftausend aus der Tasche leiern und den Dealer David beklauen – schon reicht es fast für die Kreditrückzahlung an Krasniqi. Doch dann locht ihn die heiße Kommissarin Romina ein. Für Tom wird’s brenzlig, ein Nazispinner fällt aus dem 13. Stock, Uzi-Geballer in der Sexbar und ein Massaker am Brandenburger Tor … Der überdrehte Hier-und-Jetzt-Thriller und bitterböser Großstadt-Loser-Roman von Johannes Groschupf stellt klar: Nach der Pandemie kommt der Irrsinn zurück aus dem Lockdown – da hilft auch keine Zweifachimpfung! Und obendrauf gibt’s Berlin-Bashing vom Feinsten. Spannend auch, wer die zweitschlechteste Pizza liefert, wo man für die Pistazien-Zitronen-Schnitte entspannt vier Euro abdrückt, und was man diesen Sommer unter der Lieferandoweste trägt.

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