„Beef – Staffel 2“: Nahkampf ums Ganze im Country Club
Oscar Isaac und Carey Mulligan sind die Stars von Staffel 2 der Serie „Beef“ bei Netflix, wo im Country Club die Messer gewetzt werden.
Vor drei Jahren hatten Steven Yeun als Danny Cho und Ali Wong als Amy in der ersten Staffel der Serie „Beef“ absoluten Beef miteinander. In „Beef 2“ sind es Oscar Isaac und Carey Mulligan, die als Paar in eine viel komplexere Situation zwischen Anbiederung nach Oben, Veruntreuung von Geldern und der Abwehr einer Erpressung geraten geraten. Beide Staffeln der Serie „Beef“ können bei Netflix gestreamt werden.
„Beef 2“ handelt auf gleich mehreren Ebenen innerhalb eines Country Clubs mit Lusus-Golf-Anlage, für den man im Falle einer Mitgliedschaft im Jahr um die 400 000 Dollar zahlen muss. Deren Manager Josh (Oscar Isaac, „Szenen einer Ehe“, „Frankenstein“) trägt eines Abends einen fürchterlichen Streit mit seiner Frau Lindsay (Carey Mulligan, „Maestro“, „The Ballad of Wallis Island“) aus, bei dem auch die Einrichtung ihres Luxusanwesens kräftig leidet. Was sie zunächst nicht wissen: Sie wurden während des Streits von Ashley und Austin gefilmt. Das Gen-X-Pärchen ist erschüttert, die beiden werden von Cailee Spaeny („Civil War“, „Alien: Romulus“) und Charles Melton („Warfare“, „May December“) in ihrem zunächst sensiblen Wesen perfekt gespielt. Doch sie können auch anders, und schon bald erpressen sie Josh und Lindsay mit dem Video. Gleichzeitig fliegt die neue Besitzerin des Ressorts Park (Youn Yuh-jung, Oscar für ihre Nebenrolle in „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“) aus Südkorea herbei, um sich den ganzen Laden man anzuschauen. Als sie veranlasst, dass die gesamte Einrichtung, die ihr viel zu kolonialistisch ist, ausgewechselt wird, muss sich die dafür verantwortliche Lindsay Sorgen um ihren Job machen. Doch Park hat ihre eigenen Sorgen: Zu Hause in Südkorea will die Steuerfahndung das Riesenunternehmen gründlich auf den Kopf stellen, während ihr Mann Dr. Kim (Song Kang-ho, „Parasite“), ein Schönheitschirurg mit Parkinson, seine Patientinnen und Patienten entstellt.

„Beef 2“: Klassenkampf im Spätkapitalismus – Jeder gegen jeden
Austin ist es, der schon bald den Spätkapitalismus als das absolut Böse auf einfältige Art heranzieht, um seine und Aschleys Aktivitäten zu rechtfertigen. Vielleicht versucht Showrunner und Autor Lee Sung Jin damit allen Erklärungsversuchen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die die folgenden so wirren wie ausufernden verbrecherischen Handlungen des gesamten genannten Personals politisch grundieren wollen. Tatsache ist: Vom Großkonzern bis zu den abhängig Beschäftigten runter drehen fortan alle Beteiligten am Rad der Selbstbereicherung auf Kosten der jeweils anderen. Und als ob das noch nicht genug ist, müssen die Akteure auch noch mit schlimmen Erkrankungen klarkommen, während sie ständig mit einem Bein ständig im Knast stehen. Showrunner und Autor Lee Sung Jin wird seine reine Freude daran gehabt haben, allen seinen Charakteren die Neigung zum Schlechten ins Profil geschrieben zu haben. Nach vier gesichteten von insgesamt acht Folgen übertrug sich diese Freude absolut.