MUSIK

Behold… The Arctopus: Hapeleptic Overtrove

BEHOLD THE ARCTOPUS: hapeleptic overtrove

Anscheinend haben immer noch nur die allerwenigsten Metal-Acts gerafft, dass das, was Musiker*innen von sich selbst behaupten, eigentlich niemand sonst so recht ernst nimmt. Wenn also Colin Marston seine unfassbar bescheuert aussehende, zwölfsaitige „Warr-Gitarre“ rauskramt, um mit dem siebten Album seiner Band Behold… The Arctopus und einer radikal neugedachten Perkussion von Gastdrummer Jason Bauers klassischen Komponisten wie etwa Edgar Varese und Iannis Xenakis nachzueifern, ist der Widerwille erstmal entsprechend hoch.

Keine Becken, keine Blastbeats, vielmehr versprechen Marston und Kollege Mike Lerner, dass Bauers’ Schlagzeug mit Glocken, Hämmern und allerlei Gedöns eine dritte harmonische Stimme in ihrem Gitarrengefrickel bietet – mehr Kammermusik als Rock. Dass die ausgerufene Metal-Revolution damit nicht eintritt, ist eh klar. Doch auch auf „Hapeleptic Overtrove“ dürfte ihr kompromisslos nerdiger Experimental-Metal und das beinahe alberne Ausmaß ihrer Ambitionen die Hürden bei einer Hörerschaft einreißen, die beim Anblick von Marstons „Warr-Gitarre“ ohnehin mehr wohlwollend als abschätzig zu lächeln vermag.

Hapeleptic Overtrove erscheint am 12. Juni bei Willowtip Records.