Bücher

It’s a Kind of Magic™

cover „Die Kinder der Namenlosen“ von Brandon Sanderson

„Die Kinder des Namenlosen“ – oder, um die offiziell lizensierte Novelle von Brandon Sanderson bei ihrem eigentlichen Titel zu nennen: „Magic™: The Gathering – Die Kinder des Namenlosen“ ist kein Buch, sondern ein Marvel-Film. Denn es verhält sich ja so, dass das seit zwölf Jahren unverschämt erfolgreiche Film-Universum ein eigenes Genre geworden ist, mit einem gängigen Ton, mit Konventionen und Plotstrukturen.

Apropos: Die 15-jährige Tacenda hatte von klein auf die Gabe, ihr Dorf mit einem Schutzlied vor den Schrecken des Waldes zu schützen – bis ihre Magie eines Nachts versagt. Tacenda macht den neuen Fürsten des Landstrichs dafür verantwortlich, Davriel Cane, der angeblich mit Dämonen im Bunde steht. Cane erweist sich allerdings als weitaus weniger gefährlich als das, was tatsächlich hinter den Geschehnissen steckt.

Gerade wenn die altbekannte Formel auf einen anderen Kontext übertragen wird, werden ihre Stärken und Schwächen besonders deutlich: Die Figuren sind Stereotypen, der Plot kaum mehr als eine Verbindlichkeit. Zwar besticht Sanderson durch fantasievoll durchdachte Details, wie etwa wenn Davriel die Feinheiten der Vertragsklauseln dämonischer Pakte darlegt. Doch kann sich „Die Kinder des Namenlosen“ dem alles vereinnahmenden Marvel-Duktus aus bemühten Witzeleien und überanstrengtem Pathos nicht entziehen. Was bleibt, ist kurzweilige Unterhaltung, die nur für jene Details im Gedächtnis bleibt, die für die schmerzhaft generische Handlung auf ein Minimum reduziert wurden.

„Die Kinder der Namenlosen“ von Brandon Sanderson beim kulturnews-Podcast Büchergespräch.