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Film

Call me Queen im Kino: „Solidarität ist möglich!“

In „Call me Queen“ wird eine an AIDS erkrankte Kenianerin zur Heldin im Kampf gegen die Pharmaindustrie. Regisseurin Emily Atef und Hauptdarstellerin Eliane Umuhire über eine Geschichte, die längst hätte erzählt werden sollen.

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(Foto: Firul Maithya/Ringel Film 2026)

Emily, für „Call me Queen“ hast du den Roman „Mercy“ von Lara Santoro adaptiert, der auf wahren Begebenheiten beruht. Doch du hast viele Details geändert. Was war der Kern der Geschichte, der dich am meisten interessiert hat?

Emily Atef: Ich hatte noch nie einen Film über diesen Genozid gesehen, in dem es um die Macht des Volkes ging – und es war in gewisser Hinsicht ein Genozid. Es war afrikanischen Ländern schlicht verboten, günstige Medikamente herzustellen. Firmen wie Pfizer haben damit Menschen willentlich zu Tode verurteilt. Was ich am Buch mochte, war, dass es nicht nur um das Leiden dieser Menschen ging, sondern um ihr Handeln. Meine Koautorinnen und ich haben im Drehbuch eine Frau aus den Slums ins Zentrum gerückt, die alles verändert. Das Tolle an Queen ist, dass sie von Anfang an für sich einsteht, auch in ihrer Freundschaft mit der irischen Journalistin Anna. Diese Art von Dynamik ist im Kino noch immer selten.

Eliane, was hat dich an der Hauptfigur Queen angezogen, die im Laufe des Films zur Galionsfigur einer Protestbewegung wird?

Eliane Umuhire: Queen ist nicht perfekt, sie ist eine dreidimensionale Person, die auch laut wird, die Wut in sich trägt. Das hat mich mehr interessiert als eine Figur, die von einer Europäerin gerettet wird. Es war wichtig, dass wir die Geschichte zunächst aus Queens Perspektive sehen, nicht Annas. Bei meiner Arbeit frage ich mich immer: Wo ist die Kamera? Durch wessen Augen schauen wir? Viele Jahre wurden Geschichten über Afrika von Menschen erzählt, die von anderen Kontinenten herüberkommen, nicht von den Menschen in Afrika selbst. Für mich ist die Freundschaft zwischen Queen und Anna auch eine Metapher für das, was wir gemeinsam aufbauen können. Solidarität ist möglich, aber sie muss mehr sein als eine Utopie!

Hattest du von Anfang an einen Zugang zu Queen, oder musstest du dir die Figur erst erarbeiten?

Umuhire: Emily kennt mich, sie weiß, dass ich persönlich eigentlich immer nach Frieden und Harmonie strebe. Queen ist mein komplettes Gegenteil in dieser Hinsicht, und so war es sehr interessant, in sie hineinzuschauen. Aber sie entwickelt sich ja auch: Am Anfang liegt ihr nur das eigene Überleben und das ihrer Kinder am Herzen. Nach und nach erkennt sie, dass es um ihre Gemeinschaft geht, und entdeckt in sich die Macht, etwas Positives beizutragen. Das war für mich sehr spannend: zu sehen, wie sie aus sich selbst herauskommt, aber gerade dadurch zu sich selbst findet. (lacht)

Ihr habt in Nairobi gefilmt, und eure Crew bestand größtenteils aus Leuten von dort – ungewöhnlich für eine europäische Produktion.

Atef: Normalerweise müssen Filme, die von europäischen Programmen gefördert werden, auch zu entsprechenden Teilen von einer europäischen Crew gedreht werden. Aber wir konnten einfach keine afrikanische Geschichte mit einem europäischen Team erzählen, immerhin geht es darum um die Emanzipation des Globalen Südens. Die Handlung ist ja auch nicht vor langer Zeit passiert, sondern in den 90ern – das heißt, jede Person am Set hatte eine eigene AIDS-Geschichte.

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