- Review
„Christin Nichols“ von Christin Nichols: Zwischen Selbstbewusstsein und Selbstverlust
Die Deutsch-Britin hat ihr drittes Album nach sich selbst benannt – natürlich geht es da ans Eingemachte.

Hinweis: Der Release wurde auf den 24. April verschoben.
Wer kennt das nicht: Gestern himmelhochjauchzend, heute zu Tode betrübt? Christin Nichols ist Expertin in Stimmungswechseln und schreibt ihre Songtexte zwischen Selbstbewusstsein und Selbstverlust. Dass die Deutsch-Britin ihrem dritten Album den eigenen Namen gegeben hat, lässt mehr Selbstbewusstsein vermuten, der Opener „Spotlight“ verstärkt diesen Eindruck noch mit einer Zeile wie „Ich will alles oder nichts“.
Aber Nichols wäre nicht, wer sie ist, kämen nicht auch Selbstzweifel zu Wort: „Keine Kontrolle“ beschreibt das unkontrollierbare Nervensystem einer Frau, die schon mit „Citalopram“ eine Mental-Health-Hymne geschrieben hat, und auch in den anderen Songs liegen emotional-mentale Höhen und Tiefen nah beieinander. Nichols’ Rezept neben noisigen Gitarrenwänden, Postpunk-Hall und NDW-Flitter ist die Abgeklärtheit einer Frau, die den Zwängen der Zeit und der eigenen Persönlichkeit mit Akzeptanz, feministischer Resilienz und Selbstironie begegnet. Und auch wenn es auf „Christin Nichols“ einige musikalische Füller gibt – der Botschaft der Künstlerin tut das keinen Abbruch.
Musik

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