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City At Dark: City At Dark | Albumreview

Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum changieren City At Dark mühelos zwischen lasziver Unterkühltheit und druckvoller Verzweiflung.

City At Darks Debütalbum changiert mühelos zwischen düsterer Melancholie und druckvoller Verzweiflung.
City At Dark – City At DarkSnowhite Records

Die Sonne steht tief, es dampft aus den Gullideckeln, die dicht gehangenen Jalousien scheinen nur noch mehr Schatten in die Räume zu lassen, die City At Dark (vormals RÀN) auftun. Hinter der vollendeten, eindeutigen Ästhetik verstecken sich kleinteilige, eng verzahnte Einflüsse, und auch die Stimmung ist ambivalent: In der Film-Noir-Ästhetik steckt nichts epigonales, sondern stilisierte postmoderne Existenzangst, Einsamkeit und prekäre Bewältigungsstrategien.

Laura Landergott (Ja, Panik) und Yair Karelic (Mystical Communication Service) wechseln zwischen lasziv-unterkühlt und verzweifelt-druckvoll, nicht selten in ein und demselben Song. In dieser Ambivalenz gelingt den Songs auf der zweiten Hälfte die Fusion von Postpunk, Artpop, dräuenden Industrial-Beats und psychedelischem Bluesrock weniger gut: Es fehlt ihnen an der dramaturgische Schärfe der Artpop-Singles „One by One“ und „Trash“, der thematischen Klarheit von Songs wie „Freeway“ und „Goddess“. Trotzdem: Allein die Qualität der ersten Hälfte verpflichtet zum Kauf. jl

„City At Dark“ erscheint am 8. 11. auf Snowhite Records.

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