„Das Grell in meinem Kopf“ von Malva: Ein intimer Rausch
Mit „Das Grell in meinem Kopf“ katapultiert Malva Chanson und Beatmusik in das Jahr 2022 – nicht zuletzt dank einiger spannender Sidekicks.

Da soll noch mal jemand sagen, junge Menschen hätten nichts für die Vergangenheit übrig: Malva zählt Mascha Kaléko und Patti Smith zu ihren Vorbildern und verziert ihr schwarz-weiß-bebildertes Debütalbum mit melancholischer Lyrik. Was schnell als romantisch verklärt schief gehen könnte, rettet die Münchner Musikerin mit LoFi-Songwriter-Pop, der mal intim und lieblich daherkommt, mal mit verrauschter E-Gitarre punktet, vor allem aber ein paar interessante Sidekicks eingebaut hat: französische Spoken-Word-Backgrounds, gesprochene Gedichte statt Songs, etwas Rag hier, etwas Rock’n’Roll dort und dabei immer ein plätschernd säuselnder Unterton.
Malva Scherer war 16, als sie sich mit dem gleichaltrigen Quirin Ebnet zusammengetan hat, um Musik zu machen. Einige Jahre später haben die zwei ein sehr besonderes Album abgeliefert, das Chanson und Beatmusik huldigt, verletzlich und stark daherkommt. Manchmal noch etwas ungelenk in der Produktion und mit einigen „Hu-Hu“s im Background zu viel, ist „Das Grell in meinem Kopf“ dennoch eine tolle Entdeckung.
Musik


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