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„Der Frosch und das Wasser“: Zärtlich, komisch, absolut sehenswert

Die Komödie „Der Frosch und das Wasser“ läuft im Kino.
Die Komödie „Der Frosch und das Wasser“ läuft im Kino. (© Felix Abraham / Pandora Film)

Thomas Stuber bringt mit „Der Frosch und das Wasser“ einen so zarten wie absolut komischen Film ins Kino: Ein Roadmovie über die Freundschaft zweier auf unterschiedliche Weise einsame Menschen. In den Hauptrollen: Aladdin Detlefsen und Kanji Tsuda.

Stafen Busch hat Down-Syndrom und lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft, wo er nur Buschi genannt wird. Buschi kann ewig aufs Wasser starren, ohne etwas anderes zu tun – sehr zum Leidwesen der Betreuerinnen und Betreuer, wenn sie mit der Wohngemeinschaft Unternehmungen planen und er immer wieder das Wasser im Waschbecken auffüllt, um es ablaufen zu lassen. Bei einem dieser Ausflüge in Köln macht Buschi etwas, das er zuvor noch nie machte: Er sondert sich von der Gruppe ab und schließt sich einer japanischen Reisegruppe an. „Der Frosch und das Wasser“ von Regisseur Thomas Stuber („Die stillen Trabanten“, „Hausen“) startet diese Woche im Kino.

Doch kaum ist die Gruppe in Köln unterwegs, setzt sich der bummelnde Buschi ab, steigt einfach in den Bus einer japanischen Reisegruppe und setzt sich neben Hideo Kitamura, der alleine reist und ein Trauma verarbeiten muss. Für diese Rolle konnte man den japanischen Schauspieler Kanji Tsuda gewinnen, der zum erweiterten Ensemble des Komikers, Regisseurs und Schauspielers Takeshi Kintano gehört und in Filmen wie „Tokyo Sonata“, „Hana-bi – Feuerblume“ mitspielte. Zuletzt war Tsuda in dem Kriegsepos „Onoda – 1000 Nächte im Dschungel“ in der Hauptrolle zu sehen. Während Buschi zunehmend die Grenzen zwischen sich und Hideo niederreißt und diesen auf der Busreise von Köln über Weimar nach Dresden als Freund gewinnen kann, wird der Reisebus von der Betreuerin Nicole (Bettina Stucky, „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“, „Herrhausen – Der Herr des Geldes“) verfolgt. „Der Frosch und das Wasser“ verschweigt nicht die Probleme, die sich aus der Konstellation ergeben, allerdings geht der Film damit um wie ein modernes Märchen: Sie kommen am Rande vor, im Zentrum steht, wie Buschi Hideo als Mischung als Betreuer und Freund auserwählt und dieser mit seiner stoischen Ruhe zuerst reserviert und dann zunehmend offen reagiert. Als dann alle objektiven Umstände gegen eine weitere gemeinsame Reise sprechen, eskaliert die Situation, und alle Beteiligten müssen sich neu orientieren. Regisseur Thomas Stuber ist mit „Der Frosch und das Wasser“ ein wunderbarer Film gelungen, der einerseits ganz klar eine Komödie ist, ein Roadmovie sowieso, und dann aber auch die Verfilmung einer wunderbar zärtlichen Freundschaft. Dass beide Protagonisten dabei noch eine Coolness ohnegleichen, grundiert von einem ironischen Grundgestus, ausstrahlen, ist das Sahnehäubchen des Films, der sich in den Gefühlen, die er transportiert, nie, aber auch gar nie ins Peinliche abgleitet. Getragen wird diese Haltung von Hauptdarsteller Aladdin Detlefsen, der Buschi spielt und in Bremen Theaterschauspieler ist. „Der Frosch und das Wasser“ ist sein erster Spielfilm..

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