Bücher

Die fünf besten Bücher von Nick Hornby

beste bücher Musikbücher
Foto: Pexels

Nick Hornby About a BoyAbout a Boy

Na klar, Nick Hornbys bislang erfolgreichster Roman steht natürlich an oberster Stelle. Lebemann Will Freeman lässt es sich gut geht. Ohne irgendwem oder was verpflichtet zu sein, lebt der 36-jährige Single von den Tantiemen eines Weihnachtssong von seinem Vater und datet alleinerziehende Mütter zum Zeitvertreib. Als der zwölfjährige Marcus plötzlich vor seiner Tür steht, wird Wills gemächlicher Alltag komplett auf den Kopf gestellt. Marcus hat es bei weitem nicht so leicht: In der Schule wird er gemobbt und seine Mutter leidet unter Depressionen. Das Aufeinandertreffen der beiden ungleichen Protagonisten wird zum besten, was Will und Marcus passieren konnte. Die Geschichte über die ungewöhnliche Freundschaft, das Erwachsenwerden und sich Weiterentwickeln wurde 2002 mit Hugh Grant und Nicholas Hoult verfilmt.

Kiepenheuer & Witsch, 1998, 278 S.

Aus d. Engl. v. Clara Drechsler u. Harald Hellmann

Nick Hornby High Fidelity

High Fidelity

Neben „About a Boy“ ist „High Fidelity“ der Kultroman von Nick Hornby schlechthin. Ein Buch über Musikliebe, den Hang zu alten Plattenlädem, über Humor und träge Männlichkeit. Protagonist ist der 35-jährige Robert Fleming, dessen schlecht laufender Plattenladen kurz vor dem Bankrott steht und zudem auch noch von seiner Freundin verlassen wird. Selbst schuld, denn: der der antriebslose Popmusikliebhaber scheint sich mehr für Musik-Bestenlisten zu interessieren, als erwachsen werden zu wollen. Der Beziehungsverlust bietet ihm jedoch auch die Chance, über sein bisheriges Liebesleben und grundsätzliches Verhalten zu reflektieren und schafft es letzten Endes doch noch, seine Freundin zurückzuerobern. Der humorvolle Roman wurde zu einem der größten Erfolge von Nick Hornby und im Jahr 1999 verfilmt.

Kiepenheuer & Witsch, 1996, 320 S.

Aus d. Engl. v. Clara Drechsler u. Harald Hellmann

Nick Hornby: Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollstKeiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst

Besonders originell ist die Idee nicht: Zwei Mittvierziger gehen zur Paartherapie. Sie sind seit vielen Jahren verheiratet, haben zwei Kinder – aber seit geraumer Zeit keinen Sex mehr. Zum Eklat kommt es, als Tom erfährt, dass Louise eine Affäre hatte. Sie melden sich zur wöchentlichen Sitzung bei Kenyon an, Tom zieht vorübergehend mit drei Medienstudenten in eine besetzte Wohnung, und beide fragen sich, wie sie es überhaupt all die Jahre miteinander ausgehalten haben … Doch Nick Hornby ist auch nicht Bestsellerautor, weil er sich spektakuläre Plots ausdenkt. Romane wie „High Fidelity“ und „About a Boy“ waren so erfolgreich, weil er sich empathisch in seine Figuren einfühlt und mit viel Humor auf deren Alltagsprobleme blickt. Mit „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst“ schafft sich der 62-jährige Brite die perfekte Ausgangssituation, um seine Stärken voll ausspielen zu können: Hornby erspart dem Leser das Therapeutengerede und begleitet das Paar lieber für zehn Wochen in die Bar, wo sich der arbeitslose Musikjournalist Tom und die Gerontologin Louise auf ein schnelles Bier und ein Glas Wein treffen, um dann gemeinsam über die Straße zu Kenyon zu gehen.

Kiepenheuer & Witsch, 2020, 192 S., 20 Euro

Aus d. Engl. v. Ingo Herzke

Nick Hornby How to be GoodHow to be good

Hornby erzählt seinen neuen Roman aus der Perspektive einer Frau. Katie ist Ärztin und lebt mit ihrem Mann David und zwei Kindern in London. Ihre momentane Krise kompensiert Katie mit einem Seitensprung. Alles geht seinen Gang, bis David, übellauniger Zeitungskolumnist und selbsternannt “Der zornigste Mann in Holloway”, von einer Sitzung bei einem Heilpraktiker zurückkommt und völlig verändert ist. Davids Ziel ist plötzlich, ein guter Mensch zu werden. Seine erste gute Tat: Der Wunderheiler DJ Good News darf bei Katies Familie wohnen. Der geläuterte David und sein neuer bester Freund hecken zahlreiche Projekte aus, um aus der Welt einen besseren Ort zu machen. Katie, die sich bislang für einen durchaus guten Menschen hielt, auch ohne das Gästezimmer an Obdachlose zu vergeben, verzweifelt zunehmend an der neuen Situation … Erneut ist Nick Hornbys Beobachtungsgabe der menschlichen Schwächen absolut bestechend, und obwohl dieser Roman, sein bislang ambitioniertestes Werk, deutlich ernster ist als die Vorgänger, ist der Ton des Buches nicht moralinsauer, sonder locker und frisch. Und die Geschichte aus Katies Perspektive zu erzählen, ist ein gelungenes Experiment.

Kiepenheuer & Witsch 2001, 342 S.

Aus d. Engl. v. Clara Drechsler u. Harald Hellmann

 A Long Way DownA long Way down

Vier Selbstmordkandidaten treffen sich am Silvesterabend zufällig auf dem Dach eines Londoner Hochhauses. Klar, unter den Todessehnsüchtigen sind typische Nick-Hornby-Figuren. So wie Martin, ein abgehalfterter TV-Star im Kampf mit Jugendwahn und Midlife-Crisis. Doch in seinem fünften Roman beschreibt der britische Erfolgsautor auch psychische Nöte jenseits der Popkultur. Denn neben Martin steht die katholische Maureen auf dem Dach, die an der Betreuung ihres behinderten Sohnes verzweifelt. Abwechselnd lässt Hornby seine vier Helden erzählen, wie sie sie für 90 Tage doch noch einmal das Glück im Leben suchen. Auf schwarzen Humor und mindestens einen grandiosen Kalauer pro Seite muss man auch bei „A long Way down“ nicht verzichten. Aber nie zuvor hat Nick Hornby mit so großer Sensibilität unter die Oberfläche geschaut.

Kiepenheuer & Witsch 2005, 352 S., ca. 19, 90 Euro

Aus d. Engl. v. Clara Drechsler u. Harald Hellmann