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„Schattenkind“-O.S.T. von Dirk Maassen: Menschen in Extremsituationen

Dirk Maassen am Schreibtisch sitzend
Foto: Andreas Reiner

Zum ersten Mal veröffentlicht Dirk Maassen einen Soundtrack – und mit „Schattenkind“ hat er einen ungewöhnlichen Film ausgewählt.

„Schattenkind“ von Dirk Maassen ist unser Klassikthema der Woche.

Eigentlich erstaunlich, dass es so lange gedauert hat, bis Dirk Maassen den Soundtrack zu einem Film beisteuert. Immerhin erinnert der Klavierminimalismus des Musikers an Kollegen wie Ludovico Einaudi, dessen Stücke immer wieder in Film und Fernsehen zu hören sind. Nun hat auch Maassen diesen Schritt gemacht, sich allerdings einen ungewöhnlichen Film ausgesucht: Die Dokumentation „Schattenkind“ von Jo Müller begleitet den Fotografen Andreas Reiner, der für seine Aufnahmen von Menschen in Extremsituationen bekannt ist.

Maassen hat dazu seine typisch melancholischen Klavierstücke beigesteuert, gelegentlich unterstützt von Streichern, doch immer mit viel Raum, in dem die Töne nachhallen können. Die Variation der Schubert-Sonate in A-Dur ist wohl kein Zufall, wurde diese doch berühmt als Filmmusik zu Robert Bressons „Zum Beispiel Balthasar“. Dass einzelne Stücke dabei miteinander verschwimmen, mag mit ihrer Rolle als Untermalung zu tun haben. Nur gegen Ende bricht Maassen mit den eigenen Konventionen: „Moped Heroes“ ist ein Swing-Stück komplett mit Jazzcombo, und „Moving on“ macht plötzlich auf Folkrock.