Düsseldorf Festival: Nieder mit den Genregrenzen!
In Düsseldorf gibt es nur Altbierromantik? Da weiß das Düsseldorf Festival aber mehr – wenn es auch ein bisschen Ettiketenschwindel betreibt.

2012 wurde das Düsseldorfer Kulturfestival „Altstadtherbst“ umbenannt in „Düsseldorf Festival für Performing Arts“. Eine nachvollziehbare Entscheidung – wer die Düsseldorfer Altstadt kennt, versteht, dass dieses Durcheinander aus Junggesellenabschied, Absturzkneipe und Altbierromantik nicht unbedingt Assoziationen von einem zeitgenössischen Kunstfestival weckt. Problem dabei: Der neue Name ist ein bisschen nichtssagend. Und Performing Arts, also Theater, Tanz und Oper, finden sich hier auch nur in Spurenelementen, der Schwerpunkt des diesjährigen Programms vom 16. September bis 4. Oktober besteht aus Musikevents im Theaterzelt auf dem Burgplatz sowie weiteren Veranstaltungsorten im Stadtraum.

Aber vielleicht ist es ja gar nicht sinnvoll, die Sparten des Festivals gegeneinander aufzurechnen? Immerhin ist das Selbstverständnis des Düsseldorf Festival, einen „Gegenentwurf zum klassischen Spartenbetrieb der öffentlichen Häuser und des klassischen Konzertbetriebs“ herzustellen, und dieser Gegenentwurf überschreitet dann die Grenzen zwischen Tanzperformance und Konzert, zwischen Theaterstück und Entertainment. Der Begriff „Performing Arts“ wird also stark erweitert, was den Festivalnamen nicht spezifischer macht, dafür aber unterschiedliche Künste einschließt.
Und die eingeladenen Arbeiten können sich tatsächlich sehen lassen. Im Bereich Neuer Zirkus sind etwa die schwedische Compagnie Below Zero (Foto oben) sowie Circa aus Australien dabei, den Tanz vertreten mit den israelischen Weltstars Sharon Eyal (jüngst von der Fachzeitschrift tanz zur „Choreografin des Jahres“ gekürt) und Hofesh Shechter absolute Hochkaräter:innen, und mit Mourad Merzoukis Compagnie Käfig ist auch der Urban Dance vertreten.
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