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Englands Taylor Swift? Maisie Peters ist in ihrer Blüte

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Maisie Peters (Foto: Ella Pavlides)

Weil Maisie Peter mit ihrem neuen Album „Florescence“ zu den Grundfesten des Songwritings zurückkehrt, feiert die gerade einmal 25 Jahre alte Engländerin bereits ihren zweiten Frühling.

Bei Ed Sheeran unter Vertrag, eine Welttournee im Gepäck, Support für Taylor Swift – für Hochgeschwindigkeitskarrieren wie die von Maisie Peters wurde die Überholspur erfunden. Und trotzdem drückt die britische Singer/Songwriterin für ihr drittes Album den Pausenknopf: raus aus dem Medien-Karussell, weg mit den aufgeblasenen Pophymnen, ab nach Nashville. Für manchen Lebensveteranen mag es absurd klingen, hier von einem Neustart zu sprechen, doch die 25-Jährige kehrt mit „Florescence“ zu den Grundfesten des Songwritings und zu sich selbst zurück.

Maisie Peters lässt mit „Florescence“ dei Pop-Opulenz hinter sich

Als bekennender Fan von Taylor Swift, deren Alben stets flankiert von Easter Eggs und verschlüsselter Symbolik erscheinen, freut sich Peters bestimmt über die glückliche Fügung, dass dieses aus der Americana-Tradition entlehnte Album nun ausgerechnet am 15. Mai, also zum Ende der Eisheiligen und damit zum Beginn der titelgebenden Blütezeit, erscheint. Sie selbst spricht im Zusammenhang mit „Florescence“ von „Katharsis“, „Frühling“ und „ersten Wildblumen“. Wer hier klassische Heilungstropen schnuppert, liegt goldrichtig, allerdings ist das Songwriting der 2000 in West Sussex geborenen Musikerin weitaus weniger blumig, als es Albumtitel und Verschlagwortung vermuten lassen. Schließlich versteckt sich Peters – hier erstmals auch als Co-Produzentin tätig – nicht länger hinter großer Pop-Opulenz, ist mitunter allein auf sich und eine gezupfte Akustikgitarre gestellt. Und sie macht das, wofür sie einst angetreten ist: Geschichten erzählen.

Diese kreisen um eine alte und eine neue Liebe. An der alten wird sich abgearbeitet, etwa im sachten Folksong „Kingmaker“ mit Julia Michaels, in „You You You“ und in „Flat Earther“. Alles drei sind Absagen ans männliche Ego und das Eingeständnis eigener Blauäugigkeit: Wie konnte ich nur? Eine Antwort darauf findet Peters in der eigenen Obsession. „The only air that he’ll breathe’s my perfume“, singt sie im stampfenden Folkpop-Hit „My Regards“. Überhaupt präsentiert Peters ganz liebevoll die eigenen Unzulänglichkeiten, um im nächsten Moment Stilikonen hinterzueifern („Audrey Hepburn“). Diese totale Selbstakzeptanz kann nur dieser neuen Liebe geschuldet sein und ist als ein swifteskes Empowerment zu deuten

Es ist ein alter Schulfreund, in den Peters sich nach ihrem letzten Album „The good Witch“ verliebt haben soll. Und es ist diese Märchengeschichte, die Peters hat wachsen lassen. Zusammengehalten wird dieses Album von einem Opener, der zugleich ein Mittelfinger an Schönheits- und Weiblichkeitsideale ist, und einem Closer, der zufrieden feststellt: „There’s nothing like being in Love“. Wer sich diesen Frühling nicht mitverliebt, ist selbst schuld.

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