„Escort Boys“: Sehr viel nackte Haut und nicht viel mehr
Es wird heiß: Die erste Staffel der Erotik-Dramedy-Serie „Escort Boys“ läuft jetzt bei ZDFneo und kann in der ZDF-Mediathek gestreamt werden.
Wie kann man mitten in der französischen Pampa schnell zu Geld kommen? Die Antwort? Sexarbeit! Das denken zumindest fünf Freunde in der Amazon-Serie „Escort Boys“ und beschließen, ein Escortunternehmen zu gründen, um so ihre Geldprobleme zu lösen. Das funktioniert zwar, aber es tauchen auch neue Probleme auf. Die erste Staffel der Erotik-Dramedy-Serie „Escort Boys“ läuft jetzt erstmals im Free-TV bei ZDFneo und kann in der ZDF-Mediathek gestreamt werden. Alternativ kann man sie auch bei Amazon Prime sehen.
Nach dem Tod seines Vaters zieht der erfolglose Schauspieler Ben (Guillaume Labbé, „Machine – Die Kämpferin“) wieder zurück in sein Heimatsdorf, das in der Küstenregion Camargue in der gleichnamigen südfranzösischen Region liegt, um für seine minderjährige Schwester Charly (Marysole Fertard) da zu sein und sich um die Imkerei sowie das Landgut seines Vaters zu kümmern. Doch als er dort ankommt, erlebt er eine böse Überraschung: Die Imkerei wirft nicht nur kein Geld mehr ab, sondern ist zudem noch hochverschuldet. Dies hat zur Folge, dass die Geschwister bald ihr Elternhaus und Charly damit ihr Zuhause verlieren könnte. Als wäre das nicht genug, steht prompt das Jugendamt vor der Tür, um das Wohlbefinden der 17-Jährigen zu überprüfen. Ben steckt in der Klemme. Doch als er zufällig vom Nebenverdienst seines Imkereimitarbeiters Mathias (Simon Ehrlacher, „Cat’s Eyes“) als Callboy erfährt, taucht eine unerwartete Möglichkeit auf, seine Probleme zu lösen. Nach erster Irritation und Abscheu lässt sich Ben schließlich von Charly überreden, zusammen mit Mathias und seinen zwei Freunden Zak (Corentin Fila) und Ludo (Thibaut Evrard, „Paris Police 1900“) ein Geschäft als Escort-Boys zu gründen. Mit Erfolg: Die Aufträge trudeln nur so herein, und das Geschäft boomt. Jedoch sorgt die Sexarbeit nicht immer nur für Verlangen, Lust und Befriedigung, sondern auch für neue Probleme mit Eifersucht, Untreue und Missbilligung.
Dass bei einer Serie mit dem Thema Sexarbeit viele Sex- und Nacktszenen vorkommen, ist vollkommen klar. Wer sich für die französische Serie „Escort Boys“ entscheidet, ist möglicherweise besonders gespannt auf diese Szenen. Doch Großaufnahmen von verschwitzten Bauchmuskeln, leidenschaftliche Sexszenen und visuelle Orgasmen sind ganz nett und unterhaltsam, solange es thematisch auch tiefer geht. Ein wenig gelingt das Regisseur Ruben Alves durch die privaten Konflikte der Hauptcharaktere, wie etwa Ludos Eheprobleme, Zaks Unstimmigkeiten mit seinen Eltern und Bens Beziehung zu seiner Ex-Freundin. Aber wäre da nicht noch mehr gegangen? Wäre diese Serie nicht die perfekte Möglichkeit gewesen, um den realistischen Alltag eines Callboys mit all seinen Vor- und Nachteilen zu beleuchten? Wo es eben nicht nur glamouröse Partys, attraktive Frauen und grandiosen Sex gibt? In den wenigen Szenen, in denen es dann mal unbequemer wird, gibt es ein wenig Comedy und eine super verständnisvolle Frau – und schon ist alles wieder im Lot. „Escort Boys“ ist ein durchaus amüsantes Serienerlebnis, aber da wäre noch Luft nach oben gewesen.