MUSIK

Frank Woeste: Pocket Rhapsody II

Pocket Rhapsody II
ACT
ELECTRONIC JAZZ Frank Woeste ist einer jener Pianisten, die sich am wohlsten fühlen, wenn sie mit der linken Pranke auf dem Flügel im Bassschlüssel unterwegs sind, während die Rechte auf dem Fender Rhodes soliert oder am Moog rumfrickelt. All das, wohlbemerkt, mit kompositorischer Akkuratesse und fernab unmotivierten Spieltriebs. Seine Taschenrhapsodie hatte der gebürtige Hannoveraner und Wahl-Pariser schon vor vier Jahren aufgenommen – in Trioformation. Was seinerzeit eher ein Kritikererfolg war, schickt sich im zweiten Anlauf an, weitaus größere Anerkennung zu finden. Opulent ist vielleicht der richtige Ausdruck, gleichzeitig ist er verwirrend. Wer mit einem klassisch ausgebildeten Kinderchor daherkommt wie es ihn seit Mike Oldfields Zeiten nicht mehr gegeben hat, setzt eindeutig auf die große Geste. Doch gerade jene Kompositionen, die schon den Reiz der ersten Pocket Rhapsody ausmachen, dringen jetzt von der Spieldauer reduziert und gleichzeitig komplexer arrangiert ans Ohr. Wer sich beim frühen Pat Metheny und bei einem Joe Zawinul der „Black Market“-Ära zuhause fühlt, wird Woeste in Dauerschleife hören. ron

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