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„A scheene Leich“: Der Tod, die traurige Lachnummer

A scheene Leich Gerhard Polt Well Brueder Münchner Kammerspiele
Rabenschwarzer Humor: Gerhard Polt und die Well-Brüder bringen das Stück „A scheene Leich“ als Uraufführung auf die Bretter der Münchner KammerspieleFoto: Maurice Korbel

Zurück an den Münchner Kammerspielen: Gerhard Polt und die Well-Brüder haben Uraufführung mit der schwarzhumorigen Komödie „A scheene Leich“

Es gibt nur wenige Kabarettisten im deutschsprachigen Raum, die szenisches Kabarett wirklich in Perfektion können. Der Österreicher Josef Hader gehört zu ihnen, wo bei er ausschließlich monologisierend auf der Bühne steht. Ähnlich machte es, bevor er in den Ruhestand ging, Georg Schramm, der immer seine Handvoll Bühnencharaktere dabei hatte. Bereis seit den 1980er aber prägte Gerhard Poltder letztes Jahr in den Münchner Kammerspielen seinen 80. Geburtstag beging, das Genre, ob nun in seiner Fernsehserie „Fast wia im richtigen Leben“ gemeinsam mit Gisela Schneeberger, ob in Kinofilmen wie „Kehraus“ oder auf Bühnen mit Stücken wie „Tschurangrati“ oder zuletzt im Jahr 2015 „Ekzem Homo“, beide inszeniert in den Münchner Kammerspielen. Unter der Regie des auf die kleinen menschlichen Themen spezialisierten Ruedi Häusermann bringen Gerhard Polt und Die Well-Brüder jetzt in A scheene Leich den Umgang mit dem Ende des Menschen sowohl in gesellschaftlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht auf die Bühne.

In der Erblastkomödie A scheene Leich ist ein Bestattungsunternehmer gestorben, jetzt gibt es „Streit um die Hinterlassenschaften“. Wenn Gerhard Polt humoristisch loslegt, weiß man: Schwärzester Humor, präsentiert mit einer derben Portion Lakonie, mit dem Gesicht eines Unschuldslamms sowie einer unnachahmlichen Schlaksigkeit in der Körperhaltung, macht den Kern dieses genialen Bühnenmenschen aus.

Die Münchner Kammserspiele schicken vorneweg diese Informationen: „Die Exfrau tobt, dass eine kleine Ratte aus Feldkirchen ihr ihre besten Jahre mit dem ehrenwerten Gatten gestohlen hat, die neue Alleinerbin will nix abgeben, schon gar nicht an die Kirche, und post mortem muss sich unser Bestattungsunternehmer vor Gericht verteidigen lassen. Ein traurig-komischer, vor Musik berstender Abend über unseren unmöglichen Umgang mit dem Ende und das Geschäft mit dem Sterben.“ jw