Heather Nova – The Orchard
Vom wütenden Indie-Girl zur maritimen Geschichtenerzählerin: Heather Nova trifft den Zahn der Zeit mit ihrem Album „The Orchard“

Hört man Heather Nova auf ihrem 14. Album zu, ist kaum vorstellbar, dass die Musikerin in den 90er-Jahren Indierock-Geschichte geschrieben hat: Mit „Walk this World“ galt die damals Mitzwanzigerin als Teil des Angry-Girl-Movements, das Musikerinnen als wütende Mädchen bezeichnete, weil sie ihren Sound mit eigenem Gitarrenspiel und expliziten Texten bestritten. Ein saudoofes Etikett, dem sich Nova, der auch gerne Sirenengesang unterstellt wird, längst entzogen hat. So ist auch „The Orchard“ eher an Folk und Songwriter-Pop als an Indie und Rock orientiert, thematisiert mit vielen maritimen Natur-Methaphern das Leben und schafft lichte Hörmomente.
Und auch wenn Novas Gesang tatsächlich betörend ist und ihre Heimat, die Bermudas, sich als verheißungsvolles Paradies nahezu aufdrängen, schafft „The Orchard“ bis auf ein paar Hänger in der Mitte des Albums eine starke emotionale Atmosphäre – hoffnungsvoll statt wütend passt sowieso besser in unsere bedrohlichen Zeiten.
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