KULTUR

Hoffmanns Erzählungen: Opernhaus, Stuttgart

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Foto: © A.T. Schäfer

Bei aller Liebe: Ganz große Opernproduktionen kann auch ein gut ausgestattetes Haus wie Stuttgart nicht alleine stemmen. Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ ist so eine Produktion mit internationalem Anspruch, am Pult steht mit GMD Sylvain Cambreling schon ein Star, vor allem aber übernimmt die Inszenierung mit Christoph Marthaler einer der bedeutendsten europäischen Regisseure der vergangenen 50 Jahre, und die Ausstattung verantwortet mit Marthalers langjähriger Weggefährtin Anna Viebrock ebenfalls eine hochgelobte Theatermacherin.

Nur dass es in Stuttgart leider nicht zum Recht der ersten Nacht reicht – die Premiere fand im koproduzierenden Teatro Real in Madrid statt, am Neckar wird nur nachgespielt. Was nicht heißen soll, dass die Produktion nicht die bemerkenswerteste Opernpremiere der Saison wäre.

Der Dichter E.T.A. Hoffmann erzählt in weintrunkener Runde von drei Frauen, die jeweils seine ehemalige Freundin repräsentieren: die Puppe Olympia, die kränkelnde Künstlerin Antonia, die Hure Giulietta. Ein erosschweres Sehnen eines alten Mannes, ein Liebeserklärung an das ewig Weibliche, eine Hingabe an den Wein – ein Stoff, wie gemacht für den großen Melancholiker Marthaler, der sich aus der eigenen Traurigkeit immer mit erbarmenswertem Humor zu retten weiß. „Verwirrend? Absurd? Darauf einen Punsch!“

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