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Auf Jamire Williams‘ neuem Album „But only after you have suffered“ wird es so persönlich wie experimentell

Jamire Williams sitzt auf einem Dielenboden vor einer weißen Wand neben einer großen, runden Trommel, einem Kabel und einem Mikro, die auf dem Boden liegen.
Foto: Asia Nicole Williams

Das Album des Drummers und vielseitigen Artists ist draußen und wir haben es abgehört: Hier könnt ihr die kulturnews-Kritik nachlesen und in die ersten Singleauskopplungen reinhören!

Jamire Williams neustes Werk „But only after you have suffered“ fasziniert anspruchsvolle Hörer:innen vom Intro bis zum letzten Track. Das Album ist am 3. Dezember bei International Anthem erschienen und bildet das Experimentelle und Vielschichtige in der Musik des multidisziplinär arbeitenden Artists anschaulich ab. Egal ob es seine Musik, eine Performance oder Skulpturen sind – der US-Amerikaner behandelt in seiner künstlerischen Praxis stets Persönliches wie Glaube und Spiritualität oder das Unmittelbare der Dinge, die man nicht sieht, aber doch wahrnehmen kann.

Klanglich dominieren auf dem Album düstere Instrumentals und jazzige Klänge, gepaart mit Rap-Sequenzen und eingängigen Beats. Es finden sich aber auch indierockig anmutende Tracks, Wechsel von englischsprachigen Songs in französische Interludes und Features von MCs und Sängern wie Corey King in „For the Youth“ und „Bow“. Auf der neuen Platte des Komponisten, Perkussionisten und Produzenten wird es definitiv nicht langweilig. Gleichzeitig wirkt das Album unaufgeregt und stellenweise auch minimalistisch, da Williams die diversen Einflüsse gezielt streut, statt nur wild zu mischen.

Und das kommt nicht von ungefähr: Jamire Williams’ Ursprünge lassen sich bis auf sein 2016 erschienenes Solo-Percussion-Album „Effectual“ zurückverfolgen, und seitdem gestaltet Williams seine musikalische Identität immer wieder neu aus. Der Ansatz dabei ist einen neuen Sound aus den Erfahrungsfragmenten zu kreieren, die ihn als Musiker und Menschen am ehesten widerspiegeln. Das war auch auf „Effectual“ schon hörbar und setzt sich nun auf eine neu interpretierte Art und Weise fort.

Inzwischen ist der musikalische Weltenbummler zurück in seiner Heimatstadt Houston, womit die Veröffentlichung von „But only after you have suffered“ wohl auch einen Moment der Rückkehr markiert. In dem Album spiegeln sich dennoch offen hörbar verschiedene gesammelte Eindrücke und eine angewandte Individualität, der sich insbesondere Fans von experimentellem Jazz, Rap und Soul kaum werden entziehen können.

Tracklist: Das sind die Songs auf „But only after you have suffered“

  1. Hands Up
  2. Bow (feat. Corey King)
  3. Ugly (feat. Mic Holden)
  4. Just Hold On
  5. Take Time, Look Up (Jawwaad Speaks)
  6. Safe Travels (feat. Fat Tony & Zeroh)
  7. C’est Un Mot
  8. For The Youth (feat. Corey King)
  9. Pause In His Presence (feat. Lisa E. Harris & Sam Gendel)
  10. No One Knows
  11. When It Gets Dark (feat. Kenneth Whalum)
  12. And Then The Anointing Fell

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