- Review
Jason Molina: Eight Gates
„Eight Gates“ ist ein posthum veröffentlichter Albumentwurf des tragisch verstorbenen Songwriters Jason Molina. Ob so ein Album ohne die Aura funktioniert?

Ob so ein Album auch ohne die Aura funktioniert? Jede Songwriter-Platte lebt auch durch eine parasoziale Beziehung – aber posthume Veröffentlichungen von vor Jahren tragisch zu früh verstorbenen Musiker*innen wohl am meisten. Der Rezensent hat indes keins der vielen Alben gehört, die Jason Molina seit 1997 entweder mit Band (Songs: Ohia, später Magnolia Electric Co.) oder solo veröffentlicht hat.
Dass „Eight Gates“ zwischen 2006 und 2007 im Zuge eines Umzugs nach London und in völliger Abgeschiedenheit entstanden ist, macht den Einstieg wohl ungleich leichter: Molina ist hier auf sich selbst zurückgeworfen, alle neun Songs sind mehr oder minder skizzenhaft. Was sie verbindet, ist ihre Fähigkeit, mit nicht viel mehr als Gitarre, Schlagzeug und Bass, einigen rudimentären Drones und Field Recordings Londoner Vögel sowie Molinas brüchiger Stimme eine ganze Welt zu eröffnen. Ohne jegliches Vorwissen um seine Person vermag „Eight Gates“ es, in diese Welt einzuladen und zu berühren – weil das Versprechen dieser neun Stücke für sich selbst steht und doch nie eingelöst wird.
Musik


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