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„Jo Nesbø’s Harry Hole“: Kampf gegen Suff und Feind

Harry Hole ermittelt jetzt nicht mehr nur in cen Krimis von Jo Nesbø, sondern auch in der gleichnamigen Krimiserie bei Netflx.
Tobias Santelmann spielt Harry Hole. Harry Hole ermittelt jetzt nicht mehr nur in cen Krimis von Jo Nesbø, sondern auch in der gleichnamigen Krimiserie bei Netflx. (Foto: Francisco Numoz / Courtesy of Netflix © 2024)

Der On-Off-Alkoholiker Harry Hole ist Detective in Oslo und startet im Auftrag seines Schöpfers Jo Nesbø bei Netflix die ersten Abenteuer.

Alles beginnt in einem kurzen Prequell, der erklären soll, warum Harry Hole jetzt noch mehr säuft: Er hat im Suff eine Verfolgungsfahrt verbockt uns seinen Kollegen auf dem Beifahrersitz totgefahren. Seit über drei Jahren aber ist Harry trocken, hat eine Freundin, die einen Teenager großzieht, und ermittelt in der Mordkommission. Doch dann geschehen Dinge, die ihn wieder zur Flasche greifen lassen. „Jo Nesbø’s Harry Hole“ kann jetzt bei Netflix gestreamt werden.

Wenn Jo Nesbø sich was ausdenkt, wird es brutal. Das war auch so, als Sky den Film „The hanging Sun“ rausbrachte. Hardboiled Heuner, unser Krimiexperte, hat genau deshalb schon seit vielen Jahren einen Narren an dem norwegischen Krimiautor gefressen. Nach Sichtung der ersten zwei Folgen des Zehnteilers „Jo Nesbø’s Harry Hole“ muss festgestellt werden: Alles ist dabei – vom brutalen Niederschlagen mit dem Eisenhaken über das taktische Am-Leben-Lassen bis hin zum zu sehenden Genickschuss. Dass Joel Kinnaman (schon seit Jahren in der Sci-Fi-Serie „For all Mankind“ und als Bösewicht auch in der gerade erst gestarteten Serie „Imperfect Women“ zu sehen) in der Rolle des Tom Waaler nicht nur irgendeinen Interpolmitarbeiter, sondern auch Harrys größter Gegenspieler, sieht man nach wenigen Minuten. Nicht viel später wird man zum Mitwisser gemacht, wie sich der korrupte Waaler, der kriminelle Aufträge am Telefon entgegennimmt, heimlich von allen Seiten in Harrys Leben schleicht. Harry Hole selbst wird von Tobias Santelmann („The Fortress“, „Atlantic Crossing“) perfekt in Nordic-Noir-Manier gespielt. Ein großes Manko der Serie – Urteil nach zwei Folgen – ist die Vorhersehbarkeit der Handlung: Man erkennt schon vorher, welche Fiesheit demnächst vom Bösewicht umgesetzt wird. Man hat einfach immer Recht beim Vorhersagen, wer als nächstes in Gefahr gerät. Und. Dass der seit mehr als drei Jahren trockene Alkoholiker Harry nach einem Mord an der Kollegin wieder zur Flasche greifen würde: darauf konnte man vorher schon wetten. Und dass der Rückfall genau eine Folge dauern würde, damit der Held danach wieder einsatzfähig ist.  Ist das jetzt der Netflix-Algorithmus, der die Regie zwingt, oder macht die das freiwillig? Bleibt abzuwarten, welcher Eindruck am Ende im Gedächtnis bleibt.

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