MUSIK

„Noch vier Jahre Trump hält unsere Demokratie nicht aus“

John Legend über Donald Trump
Foto: Yu Tasi

Eigentlich sollte es um etwas anderes gehen, als kulturnews-Autor Steffen Rüth vergangenen Freitag (den 29. Mai) mit Soulsänger John Legend gesprochen hat: sein neues Album „Bigger Love“ zum Beispiel und die samtig weichen, romantischen Liebeslieder, für die der 42-Jährige berühmt ist. Das Gespräch hat sich dann aber doch schnell zur aktuellen politischen Situation in den USA gewandt, zum Coronavirus, den Protesten gegen rassistische Polizeigewalt – und natürlich zum US-Präsidenten Donald Trump.

John Legend über Donald Trump: „Empathielos und schrecklich“

Legend, der bereits in der Vergangenheit scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt hat, hat sich im Interview mit kulturnews zunächst vorsichtig optimistisch gezeigt – jenseits der aktuellen Vorfälle – dass die Präsidentschaftswahl 2020 die USA in eine positivere Richtung lenken könne: „An sich ist der Ausgang der Wahl eindeutig, und Joe Biden wird unser nächster Präsident. Aber ich mache mir Sorgen, dass der empathielose und schreckliche Trump versuchen wird, sich durch Lügen und Wahlfälschung im Amt zu halten“, äußerte sich Legend „Ich traue ihm das zu.“

Sollte Trump allerdings im Amt bleiben, sieht der Soulsänger große Gefahr für das Land: „Noch weitere vier Jahre Trump und die USA werden nicht mehr zu den führenden Demokratien der Welt gehören.“ „Von hier aus wirkt es grotesk, dass er immer noch im Amt ist“, kommentiert unser Autor Steffen Rüth im Gespräch mit John Legend. „Von hier aus auch“, entgegnet der Soulsänger daraufhin trocken.

Seinen Worten lässt John Legend auch Taten folgen. Ähnliche wie viele andere US-amerikanische Musiker*innen steuerte der Soulsänger einen Spendenbetrag von 100 000 Dollar bei, um verschiedene Organisationen zu unterstützen, die bedrohten oder inhaftierten Demonstrant*innen helfen.