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„Kacken an der Havel“: Rapper Fatoni in Brandenburg

Die Familie hat Toni wieder am Wickel. Die Serie „Kacken an der Havel“ kann jetzt bei Netflix gestreamt werden.
Die Familie hat Toni wieder am Wickel. Die Serie „Kacken an der Havel“ kann jetzt bei Netflix gestreamt werden. (Foto: Courtesy of Netflix © 2024)

Alex und Dimitrij Schaad starten eine skurrile Comedyserie: „Kacken an der Havel“ bei Netflix handelt von einem erfolglosen Rapper in Brandenburg. Gespielt wird er vom Berliner Rapper Fatoni.

Die Brüder Dimitrij und Alex Schaad haben zugeschlagen: Mit „Kacken an der Havel“ ist dem Schauspieler und dem Regisseur eine derart durchgeknallte Serie voller absurd-komischer Momente gelungen, dass es eine Freude ist. Eine Freude darüber, dass die komischen Momente auch funktionieren, was bei solchen Formaten absolut nicht immer der Fall ist. „Kacken an der Havel“ über einen erfolglosen Rapper in Berlin, der nach dem Tod der Mutter in sein Heimatdorf Kacken zurückkehrt, kann jetzt bei Netflix gestreamt werden.

Toni Fleischer (Anton Schneider aka der Rapper Fatoni) ist vor 18 Jahren aus Kacken an der Havel nach Berlin gezogen, um dort Rapper zu werden. Dort wurde der erfoglose Musiker aber nur Pizzabäcker, der ab und an bei einem Open Stage für einen Song die Bühne betritt. Dann erreicht ihn ein Anruf aus dem Heimatkaff: Seine Mutter Wera Fleischer – Betreiberin eines Abschleppunternehmens und leidenschaftliche Retterin von Enten – ist beim Versuch gestorben, ein Ente aus einem Baum zu retten. Als Toni nach Kacken zurückkehrt, trifft er die ganze Familie wieder, vor der er geflohen war, vorneweg seine Schwester Nancy (Jördis Triebel, „Marzahn Mon Amour“, „Micha denkt groß“), die einzige Polizistin vor Ort und der Drachen der Familie. Kaia, die zweite Schwester, betreibt einen Schrottplatz, die dritte Schwester Karo ist Fahrlehrerin am Ort, deren Hochzeit Tino vor Jahren versaut hat. Johnny Carrera schließlich – er wird vom Dimitrij Schaad („Kleo“, „Pauline“) gespielt – ist sein äußerst emotionaler Stiefvater und jünger als Toni. Der will nur für einen Tag in Kacken bleiben – zum Leichenschmaus und zur Beerdigung. Doch dann kommt alles ganz anders, und das liegt nicht zuletzt an Tonis Sohn Charly (Sky Arndt, „Friedmanns Vier“), von dem Toni jetzt zum esten Mal erfährt und den er mit seiner Jugendliebe Jana gezeugt hatte, ohne das je von ihr erfahren zu haben. Oder war ihre Mail vor 14 Jahren im Spamordner gelandet? Doch darüber kann er sich erst mal keine Gedanken machen, denn genau jetzt entdeckt plötzlich Cutie Heard Records das Talent des fast 40-jährigen Rappers.

Der echte Rapper Fatoni spielt den erfolglos rappenden Pizzabäcker Toni in der Netflix-Serie „Kacken an der Havel“.
Der echte Rapper Fatoni spielt den erfolglos rappenden Pizzabäcker Toni in der Netflix-Serie „Kacken an der Havel“. Foto: Foto: Courtesy of Netflix © 2024

„Kacken an der Havel“: Die leuchtende Sonne Veronica Ferres

Neben Dimitrij Schaads Bruder Alex Schaad („Aus meiner Haut“) führte Jano Ben Chaabane („MaPa“, „Kleo“) Regie bei der Comedyserie „Kacken an der Havel“, bei der selbst Nebenrollen äußerst schräg besetzt sind, so spielt Vincent Redetzki, der irre Stasi-Agent Uwe Mittig in „Kleo“,  den kaum weniger irren Jugendfreund Tonis: Paule. Die gesamte Serie ist in schrillen Bildern gehalten und mit Ideen ausgestattet wie dem vermeintlichen Veronica-Ferres-Bashing: Die Schauspielerin ist im Ortsbild überall zu sehen, die Schule vor Ort heißt Veronica-Ferres-Gesamtschule, der Mathematikunterricht kommt ohne ihren Namen nicht aus, gerechnet wird mit Äpfeln, die die Schauspielerin gerecht verteilt, die im Unterricht mit dem Titel „Die leuchtende Sonne Veronika Ferres“ bedacht wird. Wie Dimitrij Schaad in einem Interview sagte, will die Serie vor allem über visuelle Comedy operieren, um in allen 190 Netflix-Ländern zu funktionieren. Ob das wirklich funktioniert, darf bezweifelt werden. Schließlich geht die Komik der Serie trotz aller visueller Einfälle durchaus über die wörtliche Rede. Und dann sind da ja noch die Brandenburg-Bezüge, das speziell Ländliche, das die Serie aufzeigt, wenn auch koplett skurril verfremdet. „Die nackte Kanone“ nennt Dimitrij Schaad im Interview als Referenz. In Brandenburg?

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