„Kammerkonzert“ von Squarepusher: Powerkombi aus Moderne und klassischen Elementen
Mit seinem neuen Album „Kammerkonzert“ gelingt Squarepusher wieder eimal die perfekte Mischung aus instrumentalen Klängen und coolen Beats.

Ein spannendes Gedankenexperiment: Wenn man einen Komponisten wie J. S. Bach in die Gegenwart holen könnte, welche Musik könnte man ihm vorspielen, die ihn beeindruckt, ohne ihn komplett zu verstören? Squarepusher wäre wohl den wenigsten als erstes eingefallen, und doch ist Tom Jenkinsons neues Album der perfekte Kandidat für dieses Szenario: „Kammerkonzert“ heißt nicht einfach so, der britische Produzent hat mit wenigen Ausnahmen – eine Drum Machine in „Central“, Breakbeat-Samples in „Fairlands“ – auf Sequencer und Programmierung verzichtet und alle Instrumente von den Drums über die Gitarren bis zu diversen digitalen Instrumenten selbst live eingespielt.
Trotzdem ist das Album sowohl von den minimalistischen Schleifen der Neoklassik als auch von Barock-Cosplay Lichtjahre entfernt. Die Stücke verwandeln und entwickeln sich, immer wieder gibt es Neues zu entdecken – dass das auch sperrig ist, kann bei Jenkinson, der KI-generierte Musik als „militante Mittelmäßigkeit“ bezeichnet, nicht überraschen. Und spätestens beim auf der Orgel gespielten Schlusstrack „Wellbeck“ fragt man sich, was Bach von all dem halten würde.
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