FILM

Betroffene berichten über Rassismus

Die Proteste gegen strukturellen Rassismus und Polizeigewalt in den USA dauern an. Immer mehr Prominente wie Kanye West solidarisieren sich mit den Opfern und den Demonstrant*innen. Auch in Deutschland ist das Thema längst angekommen. Die öffentlich-rechtlichen Medien haben für ihren Umgang damit bisher allerdings vor allem Kritik geerntet. Die Komikerin und Moderatorin Carolin Kebekus hat nun ihre Sendung dazu genutzt, um auf die Problematik von Rassismus in Deutschland hinzuweisen. Den Ausschnitt aus der Sendung vom 4. Juni seht ihr oben.

„Rassimus tötet auch in Deutschland“, sagt Kebekus in dem Video. „Und da die ARD bisher keinen Brennpunkt dazu gemacht hat, machen wir einfach einen.“ Daraufhin gibt sie das Wort an die Moderatorin Shary Reeves ab. Reeves erklärt, dass Tode wie der von George Floyd durchaus auch in Deutschland passieren, und erinnert dabei an Oury Jalloh. Der aus Sierra-Leone stammende Mann starb 2005 in Polizeigewahrsam unter bis heute ungeklärten Umständen. „Ich weiß, viele von Ihnen zuhause vor den Bildschirmen hören solche Nachrichten nicht so gerne“, sagt Reeves. „Die meisten von Ihnen haben sowas wie Rassismus selbst noch gar nicht erlebt. Menschen mit heller Haut können nicht nachvollziehen, was Menschen mit dunkler Haut fast täglich an Benachteiligungen widerfährt.“

Im Anschluss folgen Erfahrungsberichte von schwarzen deutschen Künstler*innen, Politiker*innen, Moderator*innen, Journalist*innen, Autor*innen und anderen. Der Rapper Denyo ist ebenso vertreten wie die Grünenpolitikerin Aminata Touré oder der Fußballer Patrick Owomoyela. Sie alle berichten von den Erfahrungen, die sie im Alltag mit Rassismus gemacht haben, von Beleidigungen bis hin zu tätlichen Angriffen. Die verschiedenen Statements dauern dabei insgesamt genau 8 Minuten und 46 Sekunden – die Zeitspanne, die der Polizist Derek Chauvin auf George Floyds Hals kniete.

Das Video aus der Sendung ist jetzt in der ARD-Mediathek verfügbar.