KUU!: Artificial Sheep
Was KUU! auf ihrem zweiten Album abliefern, lässt sich wohl am besten als Punkjazz beschreiben – und da darf natürlich eine Kriegerklärung an alle Querdenker nicht fehlen.

Dass das zweite KUU!-Album eine der krassesten Sachen ist, die der finnische Gitarrist Kalle Kalima je gemacht, dürfte man bei seinem Label ähnlich sehen. Im ACT-Katalog hat das Bandprojekt ein Alleinstellungsmerkmal. Für seine brachialen, zappaesk verschachtelten Gitarrenattacken hat Kalima sich Frank Möbus als Verstärkung geholt, und was die beiden allein auf zweimal sechs Saiten nicht stemmen können, prügelt Drummer Christian Lillinger den Zuhörenden ein. Düstere Dystopie zieht sich durch die Zeilen, die Jelena Kuljić auf „Artificial Sheep“ deklamiert.
Um Liebeslieder macht das Quartett einen weiten Bogen, hier geht es um Größeres: den Untergang einer Menschheit unter der Knute falscher Propheten und künstlicher Intelligenz. Positive Emotionen muss man mit der Lupe suchen, doch es gibt sie: „Mutig ist der, der angesichts von Ignoranz und Betrug die Schwachen durch das Tal der Wissenschaft führt“, heißt es sinngemäß im Track „Shepherd“. Eine laute Kriegserklärung an QAnon, Querdenker und all die anderen Verschwörungstheoretiker darf bei KUU! natürlich nicht fehlen.
Musik


Jigitz beweist mit 50 Ballerinas: Electro kann auch zart sein
- Tourneen

Fluppe auf Tour: Mit Poesie Richtung Weltuntergang
Hörenswert

Shinier World Tour: Art Garfunkel kommt nach Hamburg
Im Rahmen seiner Shinier World Tour ist Musiklegende Art Garfunkel auf Welttournee. Im Oktober spielt er in der Elbphilharmonie.

Dad Harmony: Schwedische A-cappella-Väter auf Tour
Es begann auf einem Junggesellenabschied, heute haben Dad Harmony Fans auf der ganzen Welt. Jetzt kommen die Schweden nach Deutschland.

Fast am Altar: Blondshells Fur Elise
Manchmal ist die schönste Metapher eine, die eigentlich gar nicht passt. Mit „Fur Elise“ veröffentlicht Blondshell alias Sabrina Teitelbaum einen Song, der klingt wie die vorletzte Szene eines Coming-of-Age-Films.