- Review
Leandro Saint-Hill Quartet: Cadencias

Cadencias
German Wahnsinn
LATINJAZZ Leandro Saint-Hill ist in Kuba aufgewachsen, lebt jedoch seit Mitte der 90er-Jahre in Hamburg, wo er schnell zu einer festen Größe innerhalb der lateinamerikanischen Musikszene wurde. Wie gut der Saxofonist vernetzt ist, verrät bereits ein Blick auf die zahlreichen deutschen und kubanischen Gastmusiker*innen, die auf dem Debütalbum seines Quartetts vertreten sind und das Klangspektrum der einzelnen Stücke stark ausdehnen. Die Kompositionen des Albums sind allesamt im Afro-Cuban-Jazz verortet und beruhen zum Großteil auf den Rhythmen der Rumba, der Danzòn oder der Habanera. Bassist Omar Rodriguez Calvo, bekannt durch das Tingvall Trio, und Percussionist Nené Vásquez Ruíz bedienen diese Rhythmen mit höchster Präzision, entlocken den Stücken durch ihr zurückgelehntes Spiel aber auch viel Leichtigkeit. Pianist Matthäus Winnitzki verleiht den Arrangements durch sein akzentuiertes Spiel zusätzlich Komplexität, und Saint-Hill, der auf dem Album zwischen zahlreichen Blasinstrumenten wechselt, spielt unaufdringlich, aber dennoch virtuos – und versprüht mit seinen Melodien eine Wärme, die in diesem Winter besonders gut tut. hm
Musik


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