MUSIK

Marianas Trench: „Phantoms“

Mike, der Protagonist des neuen Albums von Marianas Trench lebt in einem Haus, das von dem Geist seiner verlorenen großen Liebe heimgesucht wird. Wie kommt es, dass „Phantoms“ trotzdem so lebhaft und unbeschwert klingt?

Mike Ayley: Wir haben ganz generell einen Hang zu fröhlichen Melodien. Die Message des Albums soll positiv und hoffnungsvoll sein. Verlust muss nicht unbedingt das Ende bedeuten. Es geht um den Prozess der Heilung: Man steht etwas durch, wie hart es auch ist, und geht gestärkt daraus hervor.

Ihr habt das Thema des Albums auch genutzt, um verrückte Ideen auszuprobieren.

Ayley: Die Rahmengeschichte hat es uns auf jeden Fall erlaubt, viel mit Sounds und Instrumenten zu experimentieren. Das hätte auf anderen Alben nicht funktioniert. Dass wir etwa bei „Echoes of you“ ein Cembalo und ein Theremin benutzten, illustriert ziemlich gut, wie sehr wir mitunter freigedreht haben.

Was ist eigentlich aus Emo geworden?

Ayley: (lacht) Die Emo-Fans sind inzwischen Eltern, und ihre Kinder haben jetzt ja EDM.

Habt ihr mit alten Fans zu kämpfen, die sich vor Veränderung fürchten und die Weiterentwicklung von Marianas Trench in Richtung Mainstream und Pop nicht akzeptieren?

Ayley: Bei vielen Bands ist das so, aber wir haben Glück: Wir können uns glücklich schätzen, dass sich unsere Fans immer auf ein neues Album freuen und nachvollziehen wollen, wie wir uns weiterentwickeln. Wir haben unseren Sound, unsere Konzepte ja bei bisher jeder Veröffentlichung geändert. Bei „Phantoms“ wollten wir Gitarrenmusik machen, die zeitgemäß und aufregend klingt.

Wie ist denn dieser fantastische Closer „The Killing Kind“ entstanden? Habt ihr „Bohemian Rhapsody“ von Queen in Dauerschleife gehört?

Ayley: Das war der letzte Song, den wir aufgenommen haben. Vielleicht haben wir ihm den Zeitdruck zu verdanken, denn wir hatten nur noch eine Woche bis zur Abgabe des Albums. Wir haben an Weihnachten angefangen, und bis Neujahr hat unser Sänger und Produzent Josh Ramsay jeden Tag daran geschraubt. Der Song war ein Biest, aber schließlich kam doch noch etwas Gutes dabei raus. Er fasst das Thema des Albums ziemlich gut zusammen.

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