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Matt Sweeney & Bonnie ,Prince’ Billy: Superwolf

Will Oldham wirkt wie ein Trauerschrat aus dem Hinterwald, doch künstlerisch ist er enorm rührig. Erst kamen die ganzen Underground-Songwriterplatten unter diversen Pseudonymen, dann vier ,Prince’-Billy-Alben. Zuletzt verschmolzen alle Inkarnationen unentwirrbar, als er die Abgründe alter Songs mit luxstarken Lampen aus Nashville ausleuchtete. Seine neuen Songs sind nicht mehr so sadcore, aber auch nicht mehr countryesk. Oldham singt jetzt kaum noch mit jener eierigen Larmoyanz, welche seine Alben einst zu Manifesten der Verzweiflung machte. Er scheint gelassener mit dem existenzialistischen Aufgewühltsein umzugehen, das seine Texte auslöst und prägt. Die Musik schrieb sein langjähriger Livemitstreiter Matt Sweeney, und er schafft es nicht immer, lyrikadäquate Umsetzungen zu finden. Doch beim schlichten Akustikfolk „Only someone running“ oder im riffzersägten „Lift us up“ gelingt das vorzüglich. Und erneut gilt, was für alle Oldham-Alben gilt: keine Fakes, keine Masche. Kunst. (mw)