MUSIK

Norwegian Digital Jazz Festival: Konzerte in der dritten Woche

Halbzeit beim Norwegian Digital Jazz Festival: In der dritten Woche erstrecken sich die Performances von minimalistischem Pianojazz bis hin zu feinstem Progrock.

Bugge Wesseltoft ist einer der Wegbereiter des modernen Jazz. Als einer der ersten norwegischen Künstler experimentierte er in den 90er-Jahren mit elektronischen Elementen und ebnete dem norwegischen Jazz damit den Weg ins 21. Jahrhundert. Heute setzt der 56-Jährige diese Elemente deutlich sparsamer ein. Bei dem Konzert im Osloer Sentralen bildet sein 2017 erschienenes Album „Everybody Loves Angels“, auf dem er sich unter anderem Songs von Simon & Garfunkel, Bob Dylan und den Beatles vorknöpft, die Grundlage. Frei nach dem Motto „weniger ist mehr“ gibt der Pianist den Stücken viel Raum zum Atmen, während er die musikalischen Ideen der Songs sorgsam in seine Improvisationen einbettet.

Als Bendik Hofseth in den 80er-Jahren bei der Fusionband Steps Ahead einstieg und den weltbekannten Saxofonisten Michael Brecker ersetzte, war das für viele eine Überraschung. Der Erfolg des damals noch unbekannten 25-Jährigen sollte jedoch nicht lange auf sich warten lassen. Im Jahrzehnt vor der Jahrtausendwende veröffentlichte Hofseth sechs Alben als Bandleader und sahnte dafür zahlreiche Awards ab. Aktuell plant Hofseth vier Alben, die sich konzeptuell mit dem Thema Bäume auseinandersetzen. Mit seiner Band, Bendik Hofseth‘s Woodlands, spielt er das erste Album „Trunks“. Mit auf der Bühne stehen unter anderem Eivind Aarset an der Gitarre und Mats Eilertsen am Bass.

Wie heavy kann Jazz eigentlich klingen? Elephant9 halten die Antwort bereit. Das Trio bestehend aus Ståle Storløkken an den Keys, Torstein Lofthus an den Drums und Nikolai Eilertsen am Bass lässt in seinen Kompositionen Psychedelic, Progrock und Jazz aufeinanderprallen. Das ist innovativ, das ist laut, das hat Kraft. Klare Strukturen gibt es bei dieser Band kaum, stattdessen zieht einem die schiere Virtuosität der Musiker die Schuhe aus.

Tickets für das Norwegian Digital Jazz Festival

Eintrittskarten für die Konzerte können auf der Website des virtuellen Festivals erworben werden. Wochen- und Festivalpässe stehen dort ebenfalls zur Verfügung. Zusätzlich zu den Konzerten, die vorab im Osloer Klub Sentralen aufgezeichnet wurden, gibt es auf der Website auch Interviews, in denen die Künstler*innen über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen während des Lockdowns sprechen.