MUSIK

Was ist die beste Filmmusik des Jahres?

H.E.R. Oscars Filmmusik
Geschafft: Mit „Fight for you“ hat sich H.E.R. den Oscar gesichert.

Es gibt solche und solche Oscar-Kategorien. Die Auszeichnung für die beste Filmmusik oder gar den besten Filmsong geht leicht einmal unter in der Berichterstattung. Klar, mit Filmemachen im engeren Sinn hat das Komponieren nur bedingt zu tun. Und auf der Leinwand sehen kann man die Verantwortlichen auch nicht. Doch man sollte die musikalische Seite der Academy Awards deshalb noch lange nicht ignorieren. Und das letzte Filmjahr war sogar ein besonders musikalisches, wie schon die Golden Globes gezeigt haben. Wir stellen einige der Kandidat*innen der Oscars 2021 für die beste Filmmusik vor.

Oscars für die beste Filmmusik: Doppelte Gewinnchancen für Reznor und Ross

In der Kategorie „Beste Filmmusik“ sind zwei Künstler gleich doppelt nominiert: Trent Reznor und Atticus Ross. Die beiden Musiker haben gemeinsam den Soundtrack für David Finchers historischen Film „Mank“ komponiert. Darin geht es um die Entstehung des Drehbuchs zu Orson Welles’ Klassiker „Citizen Kane“. Und anders als viele andere Oscarkandidaten kann man den Film auch hierzulande problemlos schauen – er ist schon im Dezember bei Netflix gestartet.

Ross und Reznor haben da jedoch nicht Halt gemacht. Auch bei dem neuen Pixar-Animationsfilm „Soul“ waren sie für die Musik verantwortlich, hier allerdings gemeinsam mit Jon Batiste. Hier kann man davon ausgehen, dass das Duo die elektronische und orchestrale Szenenuntermalung übernommen hat, während Batiste, ein Jazzmusiker, die Musik übernommen hat, die der Protagonist des Films, Joe Gardner, bei seinen Konzerten spielt.

Die doppelte Nominierung ist nicht neu, tatsächlich waren die Soundtracks für „Mank“ und „Soul“ beide bereits für die Golden Globes nominiert. Damals hat „Mank“ gewonnen – vielleicht schafft es diesmal ja der andere Film, sodass auch Jon Batiste diesmal nicht leer ausgeht.

Außerdem bei den Oscars für die beste Filmmusik nominiert sind Jazztrompeter Terence Blanchard für „Da 5 Bloods“ von Spike Lee, Emile Mosseri für „Minari“ und James Newton Howard für „Neues aus der Welt“.

Bester Filmsong: Es bleibt politisch

Bei den Kandidaten für den besten Filmsong finden sich in diesem Jahr gleich mehrere Lieder mit einer expliziten politischen Botschaft. Das liegt sicher auch daran, dass generell viele der nominierten Filme sich mit der Vergangenheit der USA befassen – nach den letzten Jahren auch kein Wunder. Da ist zum Beispiel „Judas and the Black Messiah“, in dem es um die Ermordung des Black-Panther-Aktivisten Fred Hampton durch das FBI geht. Für diesen Film hat die Sängerin H.E.R. gemeinsam mit D’Mile und Tiara Thomas den Song „Fight for you“ geschrieben. Sollte H.E.R. dafür den Oscar erhalten, würde sie damit eine Gewinnsträhne fortsetzen – denn vor kurzem konnte sie sich bereits den Grammy für den besten Song sichern, allerdings für ihre Black-Lives-Matter-Hymne „I can’t breathe“.

Um Aktivismus geht es auch in Aaron Sorkins „The Trial of the Chicago 7“. Der Regisseur beschäftigt sich darin mit sieben Männern, die 1969 gegen den Vietnamkrieg protestiert haben und dafür wegen Verschwörung und Aufhetzung angeklagt wurden. Für ihren Song „Hear my Voice“ könnten sich Daniel Pemberton und Celeste Waite den Award sichern. Auch „One Night in Miami“ widmet sich der US-Geschichte. Genauer gesagt einer spezifischen Nacht, in der der Boxer Muhammad Ali (damals noch Cassius Clay), der Bürgerrechtler Malcolm X, der Sänger Sam Cooke und der Footballspieler Jim Brown gemeinsam gefeiert haben. Den Titelsong „Speak now“ singt Leslie Odom Jr. in seiner Rolle als Cooke. Er hat den Song gemeinsam mit Sam Ashworth auch geschrieben.

Zwei weitere Songs könnten in der Nacht am Sonntag den Oscar gewinnen. „Husavik“ aus der Komödie „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ stammt aus der Feder von Savan Kotecha, Fat Max Gsus und Rickard Göransson. Diane Warren und Laura Pausini haben „Io sì“ für den Film „Du hast das Leben vor dir“ komponiert.

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